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Von und für euch

Menschenwürde

Was bedeutet das eigentlich, Menschenwürde? Diese Frage haben sich die Schülerinnen und Schüler des Religions-Grundkurses von Frau Schrewe gestellt. Eine Frage, die viel komplexer ist, als sie zunächst scheint und bei der Suche nach einer Antwort, wahrscheinlich mehr Fragen offen lässt, als sie beantwortet. Entstanden ist die Aufgabe im Rahmen des FernNah Wettbewerbs, bei dem jeder der Schülerinnen und Schüler eine Kurzansprache für eine Andacht zum Tag der Menschenwürde am 10.12.2020 verfassen sollte. Herausgekommen sind dabei eine Vielfalt ganz individueller Beiträge zum Thema Menschenwürde. Angefangen von neuen Definitionen von Menschenwürde, über Poetry Slams bis hin zu Essays, die zum Teil persönliche Erfahrungen teilen, aber auch die Gesellschaft kritisch hinterfragen, inwiefern wir im Alltag nach den Grundsätzen der Menschenwürde handeln

Jakob Beck


Was ist Menschenwürde

Alexandra Kalinin

Wir Europäer leben seit dem Zeitalter der Aufklärung in der Vorstellung, dass alle Menschen nach dem Naturrecht gleich sein. Staaten und ihre Regierung sein geschaffen worden, um die individualen Rechte des Einzelnen zu schützen. Wir leben inzwischen seit über 300 Jahren in dieser Tradition und halten es für selbstverständlich, dass jeder von uns Rechte, wie Glaubens- und Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung jedes Individuums, Gleichheit vor dem Gesetz, das Recht auf Bildung und all die anderen Individualrechte, wie sie in unserem Grundgesetz heute verankert sind, in Anspruch nehmen kann.
Unsere heutigen Grundrechte haben sich jedoch erst im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet, das heißt aber, dass die Vorstellung von unseren Grundrechten veränderbar sind. So haben wir z.B. in den letzten Jahrzehnten die Diskussion gehabt, ob das Recht auf Arbeit oder das Recht auf eine unversehrte Natur in den Grundrechtskatalog aufgenommen werden soll. Wenn das Grundrecht also nicht unveränderlich ist, wie steht es dann mit dem ersten Artikel unseres Grundgesetztes, in dem die Unantastbarkeit der Menschenwürde festgelegt ist? Die Menschenrechte sind Bestandteil der Charta der UN. Wie gegensätzlich Menschwürde ausgelegt werden kann, kann man z.B. am Verhältnis Hongkongs-China sehen oder an der Stellung der Frau in den arabischen Staaten.
Aber wir brauchen gar nicht in die internationale Politik zu schauen. Auch bei uns in Deutschland gibt es seit Jahren unterschiedliche Meinungen wie Menschenwürde interpretiert werden muss. Wir Menschen, so steht es in der Bibel, sind als Ebenbild Gottes erschaffen worden. Gott lebt ewig, wir Menschen nicht. Wie sieht unser Ende aus? Können wir unser Ende genauso selbst bestimmen, wie wir unser Leben bestimmen? Hat ein Arzt das Recht oder die Pflicht das Beatmungsgerät eines Coronakranken abzuschalten, um das Leben eines anderen Patienten zu retten? Nach unserer christlichen Auffassung ist die Menschwürde mit dem Dasein gegeben und unantastbar. Das heißt, dass die Entscheidungen eines Arztes zutiefst unchristlich sein müssen, wenn er einen Patienten sterben lässt, denn jedes Menschenleben ist wertvoll.
Dieses Dilemma lässt sich nicht so einfach auflösen. Die Einzige Hoffnung kann nur darin bestehen durch eine gesamtgesellschaftliche Diskussionsprozess zu einer Annäherung zu kommen.


Was ist Menschenwürde?

Florian

Im Grundgesetz steht Menschenwürde ist zu achten und zu schützen, aber was ist Menschenwürde? Menschenwürde ist der Ausdruck das jeder Mensch wertvoll ist. Niemand kann seine Menschenwürde verlieren, selbst wenn man sehr böse und schlecht handelt. Deshalb stehen allen die Menschenrechte zu. Das ist Menschenwürde. Denkt daran alle mit Würde zu behandeln. Alle, egal welchen Alters, welcher Kultur sie angehören, wie intelligent sie sind, ob sie krank sind oder nicht, ob sie freundlich sind oder nicht, wen sie lieben, ob sie viele Freunde haben oder nicht, ob sie arm oder reich sind, was sie mögen und mit welchem Geschlecht sie sich identifizieren. Fordert auch von anderen das sie euch Menschenwürdig behandeln.


Menschenwürde und ihre Bürde

Jon Walter

Menschenwürde würde nicht im Grundgesetz unter Paragraf 1 stehen, wenn wir heutzutage das Gesetz neu schreiben würden.
Würden Menschen wirklich menschenwürdig handeln, würde schon längst kein Kind mehr im Mittelmeer ertrinken, keine Sea-Watch-Boote sinken und keine Menschen ihren Lebenssinn in rechter Ideologie finden.
Würden Menschen wirklich menschenwürdig handeln, würden sie schon längst ihren Lebensstil wandeln, statt über minimale Klimaziele zu verhandeln.
Würden Menschen menschenwürdig handeln, wären wir schon längst im Friedenswandel, statt zu Waffen zu greifen und Krieg gutzuheißen nur um nach größtmöglichem Kapital zu greifen.
Würden Menschen menschenwürdig handeln, würden keine Bomben mehr geworfen, um Länder zu zerstören, zu denen so viele Schicksale gehören.
Würden Menschen menschenwürdig handeln, würde niemand mehr vorbei Wandeln, wenn er einen Obdachlosen auf der Straße sieht, der vor seiner eigenen Menschenwürde niederkniet.
Würden Menschen menschenwürdig handeln, müsste niemand mehr mit sich selbst verhandeln, ob die eigene Sexualität über der Menschenwürde steht.
Würden Menschen menschenwürdig handeln, würde niemand Corona-Regeln abwandeln, sondern Maskenträger werden, um die Gesundheit anderer nicht zu gefährden.
Würden Menschen menschenwürdig handeln, würden wir keine Tiere mehr misshandeln, um unserem eigenen Konsum zu frönen.
Würden Menschen menschenwürdig handeln, müsste niemand mit sich selbst verhandeln, ob das skinny Schönheitsideal, welches man anstrebt, wirklich über der eigenen Gesundheit steht.
Würde ich das Grundgesetz schreiben, so würde ich entscheiden, dass niemand mehr muss leiden, denn die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar.


Wer bin ich?

Lasse

Wer bin ich? Bin ich wert genug? Bin ich würdig? Wofür lebe ich?
Diese Fragen hat sich bestimmt jeder schon einmal, wenn nicht sogar mehrmals gestellt.
Heute. Eine Welt, in der man sich selbst ständig mit anderen vergleicht, verglichen wird und
man um eine Bewertung des eigenen Ichs oder anderer nahezu nicht mehr drum rumkommt,
wird es immer schwieriger diese Fragen zu beantworten.
Denn Menschen werden in unserer Welt immer mehr eingeteilt, ob sie funktionieren oder nicht,
ob sie gut genug sind für etwas oder nicht, was sie können und was nicht. Ganz egal welcher
Mensch eigentlich dahinter steckt. Dies hat den Effekt, dass, wenn sich Menschen diese Fragen
stellen, sie sich immer auch mit anderen parallel mit dieser Wertigkeit vergleichen, womit die
Fragen selbst immer mehr an Bedeutung verlieren.
Danach verbinden wir dann mit diesen Fragen meist nur noch eins. Die Angst nicht gut genug
zu sein, die Angst nicht würdig zu sein.
Dabei brauchen wir doch keine Angst zu haben, denn wir alle haben einen Wert. Wir vergessen
nur immer mehr, dass wir diesen Wert haben, weil die Gesellschaft diesen Wert häufig in seinen
Schatten stellt und er uns so nicht mehr bewusst ist.
Dieser Wert ist uns aber gegeben. Durch die Menschenwürde, welche aus der Schöpfung des
Menschen nach Gottes Ebenbild hervorgeht. Diese Menschenwürde spricht uns gerade diesen
Wert zu. Denn egal was wir mit unserem Leben tun, egal was wir erreicht haben, egal welche
Fähigkeiten wir haben, egal wer wir sind. Diese Würde erhalten wir, weil wir ein Mensch sind
Darin zeigt uns Gott wie sehr er uns liebt. Denn allein aus dem Grund, dass wir Menschen sind
spricht er uns diesen Respekt zu.
Unsere Verfassung bezieht sich auf die Menschenwürde. Leider wird dies jedoch nicht in allen
unseren Lebensbereichen ausreichend berücksichtigt. Diese Würde beziehen die Menschen aus
einer besonderen Beziehung zu Gott. Wir Menschen sind „Ebenbild Gottes“. Damit sind alle
Menschen gemeint. Jeder hier auf Erden besitzt dieses unverdiente Geschenk.
Da wir um dieses Geschenk wissen, denke ich, dass wir diese Würde in jedem Menschen im
Sinne der Nächstenliebe anerkennen sollten und versuchen sollten diese, so oft verloren
gehende Menschenwürde jedes Menschen zu bewahren und zu schützen.
Wenn wir also auf Gott vertrauen und uns von ihm leiten lassen, wird er uns Antwort auf diese
Fragen geben können, denn er weiß wer ich bin, welchen Wert ich habe und wofür ich lebe.
Wir brauchen also keine Angst zu haben, wenn wir auf Gott vertrauen.


Wo Menschenwürde in Vergessenheit gerät

Luisa

Warum werden in unserer Gesellschaft täglich Menschen aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihres Geschlechtes oder Krankheiten diskriminiert und ausgegrenzt? Warum wird Frauen das Gefühl vermittelt, sie könnten ihren Lieblingsbikini nur zuhause vor dem Spiegel tragen? Warum muss ein schwarzer Mann bei einer einfachen Verkehrskontrolle um sein Leben fürchten und ein weißer nicht? Warum verdient eine Frau im Jahr 2020 für die gleiche Leistung immer noch weniger als ein Mann? Warum wird ein Mensch mit geeigneten Qualifikationen nur wegen seiner Behinderung nicht einmal zum Vorstellungsgespräch eingeladen, wenn wir doch eigentlich alle gleich viel wert sind? Wir alle besitzen Menschenwürde, unabhängig von unserem Aussehen, unserer Herkunft, unserem Geschlecht oder Krankheiten. Diese Menschenwürde gab Gott jedem einzelnen, indem er uns als sein Ebenbild schuf. Trotzdem erwischen wir uns immer wieder dabei wie wir entgegen dieses Grundsatzes handeln und die Menschenwürde von anderen verletzen. Gerade jetzt in der Adventszeit wünscht sich doch jeder ein harmonisches Miteinander, indem man dem anderen mit genauso viel Respekt entgegentritt wie er es von seinem Gegenüber erwartet. Lasst uns alle versuchen unsere Vorurteile abzulegen und den Menschen offen zu begegnen, um zueiner besseren Gesellschaft beizutragen.


Menschenwürde in Zeiten von Corona

Marlene

Wenn es ein Thema gibt, welches in diesem Jahr nicht aus den Medien wegzudenken war und auch immer noch für täglich neue Schlagzeilen sorgt, dann ist es die Ausbreitung des Corona-Virus. Um die Verbreitung von diesem Virus zu verhindern, hat die Bundesregierung viele Beschränkungen für das öffentliche und private Leben verabschiedet, die weit in unseren Alltag hineinreichen. So kam unausweichlich die Diskussion auf, ob dadurch nicht die Menschenwürde, die wir alle von Geburt an besitzen, verletzt wird. Vielen wird das Recht auf Freiheit genommen, da sie keine persönlichen Kontakte mehr pflegen oder ihrem Beruf nachgehen können.
Wolfgang Schäuble hat diese Überlegungen und mögliche Folgen in einem kurzen Statement zusammengefasst: „Müssen wir Menschenleben gegen Menschenwürde abwägen?“ So muss sich jeder die Frage stellen, ob hier die Menschenwürde im Vordergrund stehen sollte, wie es auch in unserem Grundgesetz verankert ist. Unsere Grundrechte können sich gegenseitig beeinflussen und sollen in einer Krisensituation sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Die Menschenwürde steht im ersten Artikel des Grundgesetzes, sie ist unantastbar und darf nicht durch andere Rechte eingeschränkt werden. Sie steht somit über dem Leben eines einzelnen Menschen.
Auf der anderen Seite können wir uns fragen, ob sie auf einer Stufe miteinander stehen. Beides sind Güter, die im Zusammenleben unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert einnehmen. Denn kann man ein Menschenleben überhaupt mit irgendetwas auf dieser Welt vergleichen, ohne seinen Wert massiv herabzustufen? Aber fällt die Menschenwürde nicht auch unter die gleichen Kriterien? Diese Fragen sind allgemein quasi nicht zu beantworten, da es fast unmöglich ist, diese beiden Werte gegeneinander auszuspielen. Hier muss jeder für sich persönlich eine Antwort finden.


„Ich möchte jedem Menschen helfen, wo immer ich kann“

Matteo

„Ich möchte jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Platz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen. Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert. Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu: Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich.“ ~ Charlie Chaplin.
Im Angesicht der Corona Pandemie wirkt diese Rede aktueller denn je und wir müssen zusammenhalten um durch diese schwere Zeit zu kommen. In jetzigen Zeit werden auch Begriffe wie Menschenwürde immer wichtiger., aber was ist Menschenwürde? Im Grunde lässt sich über diesen Begriff durchaus auch ohne religiösen Bezug reden. So schützt unser Grundgesetz in seiner wichtigsten Wertentscheidung die Menschenwürde, ohne dabei auf eine religiöse Begründung zurückzugreifen: In Artikel 1 des Grundgesetzes steht knapp und klar: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.« Egal welche Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht, jeder Mensch hat ein Recht auf diese und jeder Mensch ist gleich viel Wert. Sie schützt unsere Rechte, unsere unsere Individualität und unsere Menschlichkeit, aber nur wenn wir diese auch achten.


Menschenwürde

Micha Ruben Werz, Milan Gabriel Sievers

Menschenwürde

Menschenwürde

Was ist Menschenwürde überhaupt?
Laut Definition ist Menschenwürde der Ausdruck dafür, dass jeder Mensch wertvoll ist und vor allem, dass alle Menschen auch gleich wertvoll sind. Sie ist unabhängig von Geschlecht, Alter, Aussehen, Vermögen oder Herkunft.
Menschenwürde ist von Gott jedem einzelnen Menschen gegeben wurden und kann von niemandem genommen werden. Deshalb sind auch alle Menschen vor Gott gleich. Wir Menschen unterscheiden uns zwar sehr stark in unserer Individualität, aber für Gott sind wir alle gleich.

So viel zu Gott und der Definition….
Aber ist das nicht viel mehr ein Gefühl?

Ja ein Gefühl.
Ein Gefühl, was in uns allen pocht. Egal wer, egal wo. Wir tragen es alle in uns, so wie ein Instinkt, ein Reflex oder einfach ein natürlicher Trieb.
Fragt man wen: „Hey was ist eigentlich Menschenwürde?“
Dann weiß man vielleicht nicht gleich so recht. Aber jeder hat eine instinktive Vorstellung.
Jeder.
Jeder Gutmensch, jedes Arschloch, jeder Helfer, ja jeder Verbrecher!
Und wenn wir das Verstehen, ja das alle realisieren, das: wir haben alle dieses Gefühl in uns, wir haben alle dieses gleiche Verständnis; Wir sind alle gleich!
Dann kann das etwas schaffen: Inneren Frieden.
Und omnipresenter innerer Frieden sorgt für etwas nach dem sich jeder noch so instinktiv sehnt: Frieden. Einfacher Frieden.

Das ist das Ergebnis von der Erkenntnis der Menschenwürde.

Frieden.


Der rote Faden

Nelli

Ein Faden entsteht durch das Spinnen, bei dem lose Fasern durch Drehen und Strecken versponnen werden. Ein Zwirn, eine Schnur, ein Verlauf, ein Gedanke, ein Faden. Alles gedacht, um Dinge zu verbinden, sie nicht auseinanderfallen zu lassen.

Doch wollen wir nicht über Menschenwürde sprechen? Ich sehe genau diese Würde als einen roten Faden. Jeder Einzelne kann auf seine Hände herabblicken und das rote Garn zwischen seinen Fingern aufblitzen sehen, vielleicht sogar die leicht raue Oberfläche an der eigenen Haut spüren. Ein Faden, um Dinge zu verbinden. Dinge? Vielleicht sogar Menschen?

Jeder Einzelne besitzt die Menschenwürde. Jeder Einzelne hat das Anrecht auf Achtung, auf Respekt. Jedes Kind, sowie jeder Alte. Jeder Christ, sowie jeder Muslim. Jeder Mann, sowie jede Frau. Dabei ist die Menschenwürde nichts, was uns auseinanderrückt oder unzugänglich macht, sondern etwas, dass uns näher zueinander bringt. Dieser einzelne Faden, gespannt um die ganze Welt, führt doch durch jede Hand und verbindet uns alle.
Besonders in einem so schwierigen Jahr, in dem wir uns immer weiter von unserer zunächst scheinbar obligaten Realität distanzieren, müssen wir wissen, dass uns diese besondere Auszeichnung vereint. Die Menschenwürde lässt uns verstehen wie wertvoll jedes Leben auf diesem Planeten ist und dass wir als Gemeinschaft für die Rechte des Menschen und des Individuums kämpfen müssen. Doch wir alle sehen, dass so manches mal aus dem festen Griff um den roten Faden Ignoranz entsteht. Leben wir noch in einer Welt, in der jeder Mensch respektiert wird? In der zu der Zeit von Corona die Menschenwürde noch an erster Stelle steht?

Für ältere Menschen ist das Coronavirus ein besonders großes Risiko, deshalb wurden sie in Pflegeheimen am Anfang der Pandemie auch stark isoliert und schwierigen Bedingungen ausgesetzt. Alte Menschen starben ohne ihre Familie, ohne echte Nähe und Beistand. Bis wohin können wir strenge Corona Maßnahmen mit der Menschenwürde begründen und ab wo wird sie durch genau diese Maßnahmen gefährdet?
Ich denke, dass wir uns immer wieder bewusst machen müssen, dass die Menschenwürde vor allem zwischen uns wirkt. Wir haben das Anrecht auf Respekt, doch genauso alle unsere Mitmenschen. Wir müssen den Griff um den roten Faden verstärken und verstehen, dass wir durch ihn, durch die Menschenwürde ein großes Ganzes sind.


Menschenwürde in der heutigen Zeit

Paula

Menschenwürde, was ist das überhaupt? Ich habe gelernt, dass jeder Mensch einen bestimmten Wert hat, den ihm niemand nehmen kann. Die Menschenwürdeist durch das Daseingegeben. Mit ihr hat man ein Anrecht auf Anerkennung, Respektierung, Toleranzund Akzeptanz. Menschenwürde bedeutet auch die Menschenrechte achten und vor allemgegenüber sich und anderen verantwortlich zu handeln.

Aber trifft das denn auch aufdie Realität zu?

Wenn man sich die aktuelle Lage in der Welt anschaut, kann man die Frage definitiv mit nein beantworten. Jeden Tag sind Menschen über das Mittelmeerauf der Flucht, weil sie in ihrem Land nicht mehr sicher leben können. Auf ihrer Flucht kommen sie in Flüchtlingslagern unter indenen sie unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen. Die Menschen tragen keinerlei Schuld am Krieg und trotzdem müssen sie dieses grausame Leben, ohne richtiges Dach überm Kopf und ohne eine tägliche Mahlzeit,in Kauf nehmen,wenn sie eine Chance auf ein neues Leben wollen. Jedoch ist nicht gesagt, dass sie, wenn sie es erstmal bis nach Europa geschafft haben, dann auch menschenwürdig leben können.

Auch in Deutschland hat nicht jeder die Chance auf ein menschenwürdiges Leben, da es meistensan Geld fehlt um sich zum Beispiel eine Wohnung leisten zu können. Aber sollte Menschenwürde wirklich vom Vermögen abhängig sein?

Ein anderes viel diskutiertes Thema im Zusammenhang mit Menschenwürde ist die Abtreibung von beeinträchtigten Kindern.

Ab wann besitzt ein Mensch Würde? Kann man einem Ungeborenen diese Würde einfach absprechen? Zu diesem Thema hat sicherlich jeder eine eigene Meinung.

Wie man sieht spielt Menschenwürde in unserem Alltag immer wieder eine große Rolle, obwohl wir dies oftmals nicht bemerken. Die Menschenwürde steht am Anfang unseres Grundgesetzes und sollte deswegen auch von so großer Bedeutung sein. Menschen sollten sich, nur weil sie eine andere Sexualität haben, keine Gedanken um ihre Würde machen müssen. Menschenwürde bedeutet Toleranz. Toleranz vonanderen Religionen, Sexualitäten und Hautfarben. Aber auch wenn ein Mensch nur einen anderen Stand in der Gesellschaft hat muss dies toleriert und respektiert werden.

All diese Fragen und Probleme regen immer wieder zum Denken an und mit jeder Einsicht eines jeden Einzelnen wird die Welt ein Stück menschenwürdiger.


Menschenwürde

Yara Froböse

Würde heißt, jeder Mensch wird gleich behandelt, darum wird auch nicht verhandelt.

Du gehörst dazu, du bist ein Teil, das geht auch nicht vorbei.

Egal Wer du bist, woher du kommst, was du machst,

Wie alt du bist, wie du ausschaust oder lachst.

Ob du liebst, nicht magst oder hasst, dir wird der Stempel der Würde verpasst.

Du weißt, das kann dir keiner nehmen, ob du dort her oder daneben.

Viel mehr gibt’s auch nicht zu sagen, denn jeder weiß, keiner wird sich beklagen.

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Wissenswertes

Wohlfühlen im eigenen Körper

Bin ich zu dick? Bin ich zu dünn? Was denken wohl die Anderen über mich? Entspreche ich der Norm?

Diese und mehr Fragen stellen sich viele Jugendliche in Deutschland. Viele denken, sobald das Wort ,,Esstörung“  fällt eher an Magersucht oder Bulimie. Unter Magersucht versteht man eine schwere psychische Erkrankung von meist Mädchen und jungen Frauen, die oft ein verzerrtes Bild ihres Körpers haben. Obwohl diese schon meist sehr untergewichtig sind, fühlen sie sich meist trotz rapider Diäten immer noch zu dick. Im Gegensatz zu der Magersucht versteht man unter Bulimie eine ,,Ess-Brechsucht“, bei der Btroffene durch Essanfälle sehr viel Nahrung zu sich nehmen, diese jedoch durch Schuldgefühle wieder ,,loswerden“ durch Methoden wie Erbrechen oder Hungern.

Jedoch  ist auch die sogenannte Adipositas ,,Fresssucht“ auch eine Form der Essstörung. Frauen und Mädchen erkranken öfter an Magersuch und Bulimie, jedoch leiden Männer und Jungen im Gegensatz zum anderen Geschlecht öfter an der ,,Binge-Eating-Störung“. Dies ist eine Art der Esstörung, bei der Betroffene sich mit sogenanten ,,Fressattacken“ regelrecht den Magen vollschlagen, bis sie unangenehme Sättigung spühren. Der Unterschied zu Bulimie ist hierbei, dass Betroffene nur sehr selten zu Gewichtsreduzierenden Mitteln wie Erbrechen, Sport oder Hungern greifen. Jedoch bleibt doch immer noch die Frage, wieso das Ganze? Sollte man sich nicht wohl in dem Körper fühlen, in dem man steckt?

Diese Frage stellen sich sicher nicht nur Aussenstehende wie Familie, Freunde und Bekanntenkreis, sondern auch die jeweiligen Beteiligten. Allerdings wird es ja nicht umsonst Sucht genannt. Auch wenn alle Essstörungen so unterschiedlich scheinen, dies haben sie zumal gemeinsam.

Teilweise wissen ,,Süchtige“ kurzzeitig gar nicht mehr, wofür sie dies machen, da sie nur noch diese eine Zahl auf der Waage sehen, die täglich sinken MUSS ( Besipiel Magersucht oder Bulimie). Durch diese Sucht entstehen auch oft psychisch, chronische Krankheiten wie Depressionen oder Psychosen. Jedoch ist es gar nicht so einfach als Aussenstehender zu helfen, da diese meistens nur Wut, Trauer und Enttäuschung der Betroffenen abbekommen.

Auch wenn Essstörungen psychische Krankheiten sind, können diese zu großen physischen Problemen führen.

Das Beste ist also zum Beispiel einen Hausarzt aufzusuchen. Was viele Beteiligte sich jedoch erstmal durch den Kopf gehen lassen müssen ist, dass sie krank sind, was sich viele vorerst gar nicht eingestehen.

Alles in einem kann man sagen, dass auch die Essstörungen eine ernstzunehmende Krankheit, die auch durch psychomatische Hilfe bekämpft werden kann und sollte.

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Von und für euch

Toleranz

Ein Satiretext von Dana Leonie Dietrich (01/19)

Ich gehe durch die Stadt, auf dem Weg zu einer  Geburtstagsfeier. Ein Mann spricht mich an: „Ich weiß, heutzutage ist es sexistisch Frauen auf der Straße anzusprechen, versteh mich also nicht falsch, das soll jetzt nicht respektlos sein, doch du bist echt hübsch, kann ich deine Nummer haben?“ Ich: „Nein, sorry, ich hab eine Freundin. Er:„Oh“ Ich gehe weiter, da höre ich ihn zu seinem Freund sagen: „Was eine Fotze.“

Ich, mittlerweile bei der Party angekommen, habe soeben Bekanntschaft mit einem Mädchen gemacht. Sie, mit dem Blick auf das Hintergrundbilds meines Handys, auf dem eine Prideflagge zu sehen ist: „Heißt das nicht, du bist lesbisch oder so?“ Ich: „Ich bin bi“ Sie: „Oh“ Peinliche Stille. Sie: „Ich finde es cool, dass du damit so offen umgehst. Ich verstehe echt nicht, wieso man sowas verheimlichen sollte. Ich meine, so diskriminiert werdet ihr doch echt nicht.“ Wir hören zwei Jungs neben uns streiten, der eine schreit den anderen an: „Digga nein, bist du schwul oder was?!“

Eine Freundin meiner Gesprächspartnerin, die schon vorher mitgehört hat spricht nun auch: „Es ist doch egal, welche Sexualität man hat! Alle Menschen sind gleich und man sollte sie nicht wegen ihrer Orientierung verurteilen.“ Ich will ihr dankend zustimmen, da fügt sie hinzu: „Nein im Ernst! Schwule sind toll, Ich hätte echt gern einen schwulen besten Freund!“

„Wer ist hier schwul?“, ein weiterer Gast stellt sich zu uns. Ich antworte: „Ich bin bi.“  Sie: „Oh wow, wie cool! Ich muss dich unbedingt einer Freundin vorstellen, die ist lesbisch, ihr passt bestimmt gut zusammen!“

Ein Junge neben uns mischt sich ein: „Also Ich habe ja nichts gegen Schwule, aber ich finde es schon unnötig, dass die einen die ganze Zeit damit nerven müssen!“ Ich will unterbrechen, da hält die Gastgeberin eine DVD hoch, auf dem Titelbild ein Mann und eine Frau, küssend. „Wie wärs, wenn wir einen Film gucken?“                                   

Ich muss früher los und verabschiede mich. Ein Mädchen darauf hin: „Schön dich kennengelernt zu haben. Ich denke ja auch; Toleranz ist total wichtig! Jeder hat ein Recht so zu sein wie er will.“ Ein Junge betritt den Raum, er ist geschminkt. Alle fangen an zu tuscheln. Auch meine Gesprächspartnerin lacht: „Also es ist ja nur meine persönliche Meinung, aber Jungs sollten echt kein Make-Up tragen.“

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Aktuelles

Mobbing am Andreanum

Ein Interview mit unserem Schulsozialarbeiter Christian Buitenduif und der Beratungslehrerin Frau Warneke

Was genau ist denn Mobbing?

Buitenduif Von Mobbing spricht man per Definition erst, wenn es über einen langen Zeitraum geschieht, genau genommen 3 Monate, gezielt gegen eine Person gerichtet ist und regelmäßig stattfindet. Der Begriff Mobbing wird umgangssprachlich sehr oft verwendet, aber in den meisten Fällen ist das dann mehr ein Ärgern oder Piesacken.

Warneke Natürlich piesackt man sich unter Freunden und macht auch mal einen dummen Spruch, aber das ist noch kein Mobbing. Das kann die betroffene Person aber natürlich auch als ätzend empfinden und sich damit nicht wohlfühlen.

Buitenduif

Ob das jetzt per Definition Mobbing ist oder ob noch eine Woche fehlt, ist dem Betroffenen ja auch egal. Grundsätzlich ist Mobbing immer ein Ungleichgewicht der Machtverhältnisse; der Gemobbte ist unterlegen und kann sich aus eigener Kraft normalerweise gar nicht aus so einer Situation befreien und ist auf Hilfe von außen angewiesen.

In welcher Altersgruppe ist Mobbing denn am Andreanum besonders ausgeprägt?

Warneke Ich glaube, es gibt nicht den einen Jahrgang, der zu Mobbing neigt, und den Jahrgang, in dem alle schön friedlich sind. Klar ist es in Zeiten der Pubertät etwas anstrengender, weil man sich da mehr mit sich selbst beschäftigt, versucht sich selbst zu finden und sich abgrenzt. Das funktioniert ja auch vermeintlich leichter, indem man andere herabsetzt, um sich selbst heraufzusetzen. Da kann es schnell mal sein, dass man an den Rand der Gruppe gerät und ausgeschlossen wird, wenn man beispielsweise nicht bestimmte Schönheitsideale erfüllt.

Buitenduif Dem stimme ich zu. Das meiste, womit ich hier zu tun habe, sind eher Konflikte und Streitereien, weniger Mobbingstrukturen. Und natürlich haben jüngere Schüler ganz andere Beweggründe als ältere Schüler, hier gibt es öfters mal Probleme, weil zum Beispiel der Freund aus der Grundschule auf einmal etwas mit anderen Mitschülern macht.

Was kann man denn gegen Mobbing tun?

Buitenduif Ich habe ja eben schon angesprochen, dass ein Betroffener des Mobbings wenige Chancen hat, allein etwas an der Situation zu ändern. Leider sträuben sich viele, Hilfe zu holen, aus Angst, dass sie deshalb noch weiter gemobbt werden, aber trotzdem ist das sehr wichtig. Man sollte sich bei Mobbing an Erwachsene wenden. Wir haben hier ja einige Fachkräfte an der Schule, die eine bestimmte Fortbildung gemacht haben, bei der sie gelernt haben, Betroffenen zu helfen. Man bildet zum Beispiel eine Unterstützergruppe von verschiedenen Schülern, ohne jemandem die Schuld zu geben.

Warneke Das zeigt ja auch, was andere Mitschüler*innen tun können. Dass man sich auch mal an die Seite des Betroffenen stellt, selbst wenn das vielleicht seinen eigenen Ruf schadet. Einfach mal eine Partnerarbeit mit dieser Person macht, damit sie nicht wieder übrigbleibt, oder jemanden in seine Sportmannschafft wählen, damit er*sie nicht wieder der*die Letzte ist. Bewusste Zeichen der Solidarität setzen. Auch da sollte man versuchen, seine Freunde mitzuziehen und diese davon überzeugen, dass es nicht schlimm ist, seine Pause statt zu dritt mal zu viert zu verbringen. Man muss im Umfeld neue Strukturen schaffen, denn meistens ist das Selbstwertgefühl der Opfer schon so weit runtergefahren, dass sie selbst nicht mehr wissen, wie sie sich helfen können.

Wichtig ist, den Mund aufzumachen und sich zu trauen, Ansprechpartner zu kontaktieren, zum Beispiel mit den Eltern, dem Beratungsteam oder der Klassenleitung reden, damit man Wege findet, so miteinander umzugehen, dass keiner mit Bauchschmerzen zur Schule kommen muss.

Meistens ist es auch so, dass die Mitschüler*innen genau wissen, dass das, was Person X gegenüber Person Y macht, total falsch ist und das Verhalten von X total bescheuert finden. Weil dann aber ein Regime der Angst herrscht, ist es eben schwierig, gegen jemanden, der dominant auftritt, aufzustehen und zu sagen „Das finden wir nicht richtig.“ Und das alleine hinzukriegen, ist halt schwer, aber wenn auf einmal 25 Schüler*innen dastehen und X ihre Meinung sagen, dann war`s das.

Wieso sollten Schüler*innen Ihnen als Beratungslehrern vertrauen, wenn ihre Probleme aufgrund von Vertrauensbrüchen entstanden sind?

(schweigen)

Warneke Ich glaube, mit der Frage sprichst du genau das Dilemma an, in dem die meisten Leute stecken, und deswegen ist es auch so schwer, dass sie auf sich aufmerksam machen. Also gerade weil sie ja das Vertrauen in andere und leider auch in sich selbst verloren haben, kapseln sie sich in ihren kleinen Kokon ein und werden dadurch ja noch einfacher zu einer Zielscheibe, weil eben so wenig Gegenwehr zu erwarten ist. Häufig ist es bei Problemen auch so, dass ein*e Freund*in zu uns kommt und die Geschichte erzählt: „ Also, ich habe da einen Freund…“ Und dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der*die Freund*in, den das wirklich betrifft, wird das nächste Mal zu einem Beratungsgespräch mitgeschleppt oder der Freund in der Geschichte ist in Wirklichkeit die Person selbst, die ihre Geschichte in der dritten Person erzählt. Und dann ist es tatsächlich wichtig, und das ist dann der Vorteil von Herr Buitenduif, mir und anderen in der Beratung tätigen, dass wir eben nicht in der Mobbingstruktur drin sind. Die Schüler haben uns noch nicht erlebt, wie wir bei einem dummen Spruch nicht reagieren oder wie wir nicht darauf eingehen, wenn irgendjemand an die Wand gedrängt wird oder, oder, oder… Den Vorteil, den wir haben, ist, dass wir in den meisten Fällen Außenstehende sind.

Buitenduif Mobbing entsteht meistens in Gruppen, die man sich nicht selber aussucht, wie z.B. in der Schule oder am Arbeitsplatz, und ist eben ein Gruppenphänomen. Es sind nicht nur die Mobber, die daran beteiligt sind, sondern auch die Mitläufer und die meisten Leute, die gar nichts machen. Die Weggucker denken „Ich mach ja nichts“, aber genau dadurch unterstützen sie trotzdem das Mobbing, weil sie nichts dagegen tun und den, der das macht, noch darin bestärken, denn es sagt ja niemand etwas dagegen. So ist das Vertrauen in diese Gruppe beim Gemobbten ziemlich zerstört und da wir nicht in dieser Gruppe sind, fällt es leichter, sich an uns zu wenden. Wichtig ist zu wissen, an wen man sich wenden kann. Und vielleicht besteht ja auch die Angst, dass von uns Dinge gemacht werden, die sie nicht wollen.

Warneke Genau. Der*Die Beratungssuchende*r steuert den Prozess. Er oder sie kann sagen, ob mit bestimmten Personen geredet werden soll, z.B. ob es den Eltern erzählt werden soll oder eben nicht.

Buitenduif Nach §203 StGB unterliegen wir ja auch der Schweigepflicht. Wenn wir nichts erzählen sollen, erzählen wir auch nichts.

Dana Leonie Dietrich (04/19)

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Wissenswertes

Magersucht durch Tastsinn behandeln

Die Ursache von Anorexie ist bei vielen Patienten*innen eine falsche Selbsteinschätzung von ihrem eigenen Körper. Bei einem Test, bei dem Betroffene ihren Taillenumfang mithilfe eines Seiles schätzen müssen, schätzen sie diesen oft fast dreimal so groß wie er eigentlich ist. Martin Grunwald von der Universität Leipzig verknüpft dieses Phänomen mit einer Einschränkung der Tastsinneswahrnehmung und seine jahrelangen Testergebnisse beweisen die Richtigkeit dieser These. Er behandelt Magersüchtige indem sie sich mehrere Minuten pro Tag in einem taucherkleidung-ähnlichen Neoprenanzug bewegen sollen. Und im Gegensatz zu vielen verbalen oder medikamentösen Behandlungen zeigt diese Therapie mithilfe von Stimuli der eigenen Körperwahrnehmung tatsächlich eine Wirkung. Leider gibt es aber noch keine wissenschaftliche Studie, die eine Wirkung zweifelsfrei belegen könne, da es sehr schwer ist, finanzielle Förderung für klinisch-psychologische Forschung zu erhalten.

Dana Leonie Dietrich (07/19)

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Wissenswertes

Die zwei Seiten des Mobbings

Was macht das Opfer zum Opfer und den Täter zum Täter? (und wie man damit umgeht)

Ein Interview mit Frau Malerba Gallistl

Wenn man gemobbt wird, kommt man in die Rolle des Opfers. Und in der Rolle des Opfers ist es nicht bequem. Man muss etwas ändern, sonst gewöhnt er sich daran, ein Opfer zu sein.

Die Gefahr ist, dass man in der Rolle des Opfers bleibt und dass man sogar denkt, dass das die Rolle ist, die einem im Leben schon als Kind gegeben wurde.

Und dann wird man garantiert ein Opfer der Kollegen, ein Opfer der Familie, ein Opfer des Partners und selbst ein Opfer der eigenen Kinder, die einen irgendwann sehr schlecht behandeln werden. Man bleibt in dieser Opferrolle.

Welche sind die negativen Folgen, dass man ein Opfer ist?

Ein Opfer zu sein nagt am Selbstwertgefühl. Und wenn wir kein gutes Selbstbewusstsein haben, wenn wir uns nicht schätzen und nicht lieben – und ich kann mich nicht lieben, wenn ich weiß, dass ich ein Opfer bin 

Ich kann jammern, aber das heißt nicht, dass ich mich liebe, ich glaube vielleicht, dass ich mich liebe, aber ich liebe mich nicht, wenn ich mich lieben würde, würde ich mich schützen, ich würde mich bemühen, aus der Opferrolle heraus zu kommen

– dann treffen wir falsche Entscheidungen. Wenn ich mal gemobbt wurde und nichts gemacht wird – obwohl ich mir klarmachen muss, dass man immer die Kraft für eine Veränderung hat – kann es sein, dass ich mich in die Isolation flüchte. Ich gehe nicht zur Party, oder zur AG. Es gibt immer Leute in Gruppen, die Probleme lieber alleine lösen, weil sie instinktiv denken, dass sie in der Gruppe als dumm oder inkompetent gelten oder beleidigt werden. Also flüchtet man sich in die Isolation.

Die andere Lösung, wenn man nicht den Weg der Isolation einschlägt, ist, dass man um Aufmerksamkeit bettelt. Betteln um Aufmerksamkeit ist etwas, dass beim anderen überhaupt nicht gut ankommt. Ganz besonders kennt man das von der Partnerschaft. Wenn ich meinen Partner um Aufmerksamkeit bitte wie „Wann wirst du mich endlich fragen, wie es mir geht?“ tendiert der Andere dazu, sich zurückzuziehen. Das kann natürlich auch zwischen Eltern und Kindern und in der Clique so gehen. Das Betteln um Aufmerksamkeit ist ein Teufelskreis. Man hat dann die Bestätigung, dass es nicht funktioniert. Es funktioniert nicht, weil ich ein Opfer bin.

Wenn ich als Opfer jemanden finde, der mich ernst nimmt, werde ich ihn immer als einen Retter behandeln. Und man wird sehr schnell Opfer vom vermeintlichen Retter. Auch das geschieht sehr oft in der Partnerschaft. Wenn ich kein gutes Selbstwertgefühl hat, werde ich dankbar dafür, dass ich akzeptiert werde und werde nicht denken, dass es mein Recht ist, akzeptiert zu werden.

Wir haben jetzt viel über das Opfer gesprochen, man muss aber auch die Probleme sehen, die dem Täter gelten. Denn der Täter fühlt sich wohl, solange er andere unterdrücken kann. Und das kann für eine lange Weile gut gehen. Aber die Gefahr steckt darin, dass er irgendwann selbst angegriffen werden wird und das wird früher oder später im Leben passieren. Und weil er sein Selbstwertgefühl auf dem Heruntersetzen anderer aufgebaut hat, steht er dann plötzlich vor dem nichts. Das passiert sehr häufig und führt dann zur Depression oder zur Sucht. Dann muss man gucken, warum jemand das Bedürfnis hatte, alle anderen klein zu machen. Das liegt nämlich daran, dass er seine eigenen Emotionen, zum Beispiel Schmerz unterdrückt hat. Wenn man merkt, dass man ein Aggressor ist, und früher oder später wird man das merken, dann wird man auch merken, dass man in die Isolation geraten ist. Man ist zwar ein großer Held, aber komplett isoliert. Das ist eben die Rückseite der Medaille. Verena Kast, eine sehr interessante Psychoanalytikerin aus Zürich, spricht direkt von einer Verklammerung von Opfer und Aggressor.

Wenn jemand als Kind gemobbt wurde, wird er auch später noch die ganze Problematik des Opfers haben, aber

zur Opferrolle gehört auch die Aggressorrolle.

Das heißt, er wird Schadenfreude empfinden oder andere attackieren. Es kann auch intrapsychisch funktionieren, sodass er sich selbst attackiert. Er wird immer Migräne haben, oder sich selbst auf andere Weise schaden. Es wird sich im Körper kristallisieren. Natürlich kann man keinem Kind, das gemobbt wird sagen „du bist auch ein Aggressor“, aber es wird sich dorthin entwickeln. Die Rückseite des Opfer-Seins, ist das Aggressor-Sein. Und wenn ich mich von der Opferrolle verabschiede, verabschiede ich mich auch von dieser Rolle. Der Vorteil ist, dass ich nun mein Leben gestalten kann, mit Freiheit und mit Freude. 

Wie kann man sich denn selbst helfen?

Grundsätzlich ist es gut, darüber zu sprechen. Ich bemühe mich an der Schule sehr, gewisse Themen zu enttabuisieren, seien es Suchtproblematik, Depressionen oder Mobbing. Zuerst einmal muss man sich trauen jemanden zu finden, der ein offenes Ohr hat. Darum haben wir auch die Beratungsstellen am Andreanum eingeführt, damit man die Möglichkeit hat, mit gewissen Lehrern zu sprechen, die ein offenes Ohr haben sollten. Wenn sich der entsprechende Schüler zu Hause wohlfühlt, kann er das natürlich auch mit den Eltern besprechen. Bei den Eltern kann es allerding schwieriger sein, denn oft wird man ein Opfer, weil man in der Familie schon unterdrückt wird, die Eltern zu viel erwarten und weil man sich in der Familie daran gewöhnt hat, falsche Rollen einzunehmen, um die Eltern zufriedenzustellen. Die Hauptsache ist, dass man weiß: Man muss darüber sprechen.

Man muss darüber sprechen und wenn ich ein wenig älter bin muss mir im Klaren sein, dass es in meiner Verantwortung liegt, mich von der Opferrolle zu verabschieden, damit gewinne ich die Freiheit. Leben gelingt nur, wenn ich es selbst in die Hand nehme. Wie schaffe ich das? Zuerst rede ich darüber, ich kann zum Beispiel die Eltern bitten, die Schule zu wechseln.

Wie kann man den sein Selbstwertgefühl verbessern?

Man muss sich schon ein bisschen damit beschäftigen. Man muss sich fragen, welche Rolle man spielt.

Spiele ich immer die Rolle, die die anderen von mir erwarten, oder mache ich tatsächlich das was ist will?

Wenn ich mich lange mit der Frage beschäftig, werde ich merken was mir gefällt und was nicht. Ich habe Kraft, wenn ich das mache was mir gefällt und ich werde schwach, wenn ich mich in Rollen zwänge, die andere von mir erwarten. Und es kann sein, dass das lange Zeit geht, aber dann falle ich in die Sucht. Ich muss mich verrückt machen um die Klausur gut zu machen und vielleicht ist es mir ganz egal, ob die Klausur gut läuft oder nicht, aber ich weiß, es wird erwartet.

Das Leben entwickelt sich stetig weiter und ich muss mir immer die Frage stellen, ob das was ich mache für mich Sinn ergibt und ob es mir Freude schenkt. Das wird oft unterschätzt. Man denkt sich „das bringt viel Geld“ und es bringt viel Geld, aber keine Freude. Natürlich macht nicht alles immer Spaß, auch bei Sachen die mir gefallen. Manche Sachen machen mir keinen Spaß, aber ich weiß, dass es sinnvoll ist. Es muss Sinn ergeben. Und wenn das zutrifft baue ich mein Selbstwertgefühl auf, denn dann merke ich, dass ich mich entdeckt habe. Ich weiß was ich will und beginne mich zu lieben, zu schützen und zu akzeptieren.

Damit das Leben gelingt, muss man sich kennen. Damit das Leben gelingt, muss man sich lieben. Und drittens: Damit das Leben gelingt, muss man sich aus der Opferrolle befreien. Jeder kommt irgendwann mal in die Opferrolle, aber davon muss man sich verabschieden.

Dana Leonie Dietrich (07/19)

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Einfach zu haben (Fsk 12)

„Ein großer Spaß für Teenies und Kritiker, Hipster und Kichengänger“, schreibt der Spiegel zu der Highschool-Komödie „Einfach zu haben“ oder auf Englisch „Easy A“. Auch der Filmdienst lobt den 92-minütigen Jugendfilm in höchsten Tönen: „Unterhaltsam-freche Highschool-Komödie mit pfiffigen Dialogen und guten Darstellern, die sich über die üblichen Genre-Albernheiten erstaunlich ernsthaft mit den Fallstricken der Pubertät auseinandersetzt.“

„Einfach zu haben“ (2010 veröffentlicht) schafft es, Jugendliche und Erwachsene in seinen Bann zu ziehen und fällt unter das Genre Comedy, Drama und Romanze. Dieses geschieht durch die humorvolle und authentische Art pubertäre Probleme und Fragen zu thematisieren.

Er ist angelehnt an den Klassiker „Der scharlachrote Buschstabe“, der von Nathaniel Hawthorne geschrieben und erstmals 1927, allerdings in einer stummen Version, verfilmt wurde. „Einfach zu haben“ bezieht sich jedoch auf die Verfilmung von 1934, weil Olive Penderghast, von Emma Stone gespielt, das Buch bei ihrem Lieblingslehrer Mr. Griffith in der Schule durchnimmt und anstatt das Buch zu lesen, sich den Film ansieht. Er handelt von einem Mädchen namens Hester Prynne, das fremdgeht und davon schwanger wird. Daraufhin muss sie als Bestrafung durchgehend den roten Buchstaben „A“ (für „adultery“ = „Ehebruch“) an der Kleidung tragen.

In „Einfach zu haben“ erzählt Olive Penderghast ihre Geschichte aus verflochtenen Gerüchten.

Sie lügt ihre Freundin Rhiannon (Alyson Michalka) an und erfindet ein spannendes, ereignesreiches Wochenende, an dem sie ihr Unschuld verloren hätte, und vertuscht so ihre langweiligen, einsamen Tage. Doch diese Notlüge geht nach hinten los, weil Marianne Bryant (Amanda Bynes), die streng-gläubige Christin, sie belauscht hat und so die Neuigkeit der verlorenen Unschuld bald die ganze Schule weiß. Also wird sie als Flittchen bezeichnet und mit Hester aus „Der scharlachrote Buchstabe“ verglichen. Sie solle auch ein rotes „A“ tragen, meint eine Schülerin. Daraufhin entbrennt ein Streit und Olive wird zum Direktor geschickt. Sie wird zum Klo-putzen mit dem homosexuellen Brandon (Dan Byrd) verdonnert. Es stellt sich heraus, dass Brandon ein schweres Leben führt und wegen seiner sexuellen Ausrichtung ausgegrenzt wird. Also täuschen sie auf einer Party lautstarken Sex vor, damit Brandon für heterosexuell gehalten wird. Olive wird vom Flittchen zur Schlampe und näht sich, trotzig, wie sie ist, ihre Kleidung zu aufreizendem, freizügigem Fummel um und bestückt sie mit einem großen, roten A.

Als dann herauskommt, dass der Sex nur gespielt war, Rhiannon sich der Kirchengruppe, die sich schon von Anfang an gegen Olives Freizügigkeit ausgesprochen haben, anschließt und Olive herausfindet, dass die Vertrauenslehrerin ihren Mann betrügt, entbrennt ein wirres Chaos aus verbreiteten Gerüchten, gespieltem Sex und wahrer Liebe.

Anne B. (07/19)

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Wissenswertes

Cybermobbing

Cybermobbing.

Ein immer wiederkehrendes Thema, was es eigentlich ganz schön in sich hat.

Jeder kennt es, jedoch sind mehr davon betroffen als man es sich vorstellen möchte. Laut einer Statistik der mpfs (Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest) sind bereits 37% von Cybermobbing betroffen.

Zuerst würde man denken, dass Cybermobbing strafbar ist, allerdings ist dies nicht der Fall. Jedoch sind die Taten, die beim Cybermobbing gemacht werden strafbar, zum Beispiel Nötigung, Beleidigung oder sogar Drohungen. Mit diesem und vielen weiteren Medien-bezogenen Fragen und Antworten beschäftigt sich auch übrigens die Medienscout-Ag. In diser Ag bereiten sich unter anderem momentan die Achtklässeler des Andreanums für einen kleinen Besuch in den fünften Klassen, für die Aufklärung von Social Media Apps wie zum Beispiel Whats App, Instergram und Co.

Aber was ist Cybermobbing überhaupt?

Cybermobbing, auch Cyber-Bullying genannt, ist eigentlich nichts anderes als (meist anonymes) Bloßstellen, Schikanieren und Verleumden von sogannten Opfern im Internet. Meist fühlen sich die Täter, also die Mobber hier ungestört und sehr mutig, weshalb sie oft noch ,,agressiver“ auf ihre Opfer eingehen, da sie oft aus dem Bekanntenkreis der betroffenen Person kommen. Das Problem ist hierbei oft, dass es zumal anonym passiert und dass oft von Aussenstehenden verbreitet wird, denn wie jeder weiß:

Das Internet vergisst nie!

Aber wie kann man helfen?

Der erste Schritt ist es, auf jeden Fall nicht mitzumachen, da es sich sonst so schnell ausbreitet wie ein Lauffeuer. 

Man sollte auch Dinge wie Beleigungen dokumentieren. Zudem könnte man mit dem Opfer reden, vielleicht hat dieses ja schon eine Idee, wer hinter dem Internetmissbrauch stecken könnte. Als Opfer selbst heißt es nun erstmal: Ruhe bewahren, denn du bist NICHT allein!

Du solltest alles melden, blockieren und löschen, natürlich erst nachdem du alle Angriffe dokumentiert hast.

Wenn nichts hilft, solltest du mit einer Person darüber sprechen, selbst das kann einen schon beruhigen.

Also immer die Augen offen halten und handeln, denn durch Schweigen und Nichtstun wird sich nichts ändern!

Marlene Hilbert (05/19)

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Aktuelles

Boys and Books

Auch wenn ihr in der letzten Zeit nicht in der Bibliothek wart, sind euch bestimmt die Plakate mit dem Titel „Boys and books“ ins Auge gefallen, die für ein neues Regal mit Büchern speziell für Jungs werben sollen. Viele kritisieren dies als sexistisch. Das Problem, das viele hier sehen ist; dass dadurch sowohl bestimmte Bücher einem Geschlecht zugewiesen werden, als auch den Jungen einen bestimmter, stereotypischer Buchgeschmack.  Inwiefern sollte man Bücher gendern?

Ich habe das Bibliotheksteam mal nach ihren Intentionen gefragt. „Wir haben das Regal aus dem Grund eingerichtet, dass Jungs in der Regel nicht so viel lesen. Und so haben sie erstmal eine Anlaufstelle, ohne dass sie viel suchen müssen. Generell finden wir es natürlich doof, etwas genderspezifisch einzurichten, aber wir wollten erstmal natürlich darauf aufmerksam machen, dass wir so welche Bücher haben.“

Ebenfalls habe ich Schüler unserer Schule gefragt, was sie von dem Regal halten. Die Meinung waren sehr unterschiedlich, viele Jungen meinten aber, dass sie selbst dadurch jetzt nicht in die Bibliothek gehen würden und denken, dass das nicht viel bringe. Es gab aber auch ein paar Befürworter. „Ich muss zugeben, dass ich nicht viel lese, aber wenn ich lesen würde, würde ich als Junge vermutlich auch eher Bücher mit viel Action lesen. Daher glaube ich, dass es gar nicht schlecht ist, so ein Regal zu haben, wo mehr Bücher drin sind, die Actionfiguren haben und an Jungs angepasst sind. Dadurch sieht man dann vielleicht, was für eine Vielfalt es an Actionbüchern gibt und man fängt an zu lesen.

Dass Jungs weniger lesen als Mädchen ist ein weit verbreitetes Gerücht, doch stimmt das überhaupt?  

Tatsächlich haben Tests, wie zum Beispiel die Pisa Studie, ergeben, dass Jungs weniger und schlechter lesen als Mädchen, aber woher kommt das?

Kennt ihr das Prinzip einer selbsterfüllenden Prophezeiung? Eine Vorhersage wird durch die Reaktionen auf ihre Kundgebung wahr. Ein Beispiel: Stellt euch vor, jemand erzählt herum, dass es bald keine Schokolade mehr zu kaufen geben wird. Daraufhin stürzten alle sofort in den Laden, um sich so schnell wie möglich einen großen Vorrat Schokolade zu kaufen. Dadurch gibt es im Geschäft schon bald keine Schokolade mehr und die Prophezeiung hat sich erfüllt.

Dieses Prinzip ist sehr ähnlich mit dem, welches die Psychologen „Bedrohung durch Stereotypen nennen“. Erwartungen, die von der Gesellschaft schon früh an Kinder aufgrund ihres Geschlechts gestellt werden, belasten und beeinflussen die Schüler oft unbewusst und schränken dadurch ihre Leistungen ein. Das ist nicht nur bei Jungs so. Genauso trifft dies bei Mädchen zu, die schlecht in Naturwissenschaften seien.

Die meisten Menschen betrachten die Stereotypen als Folge der zugrundeliegenden Tatsachen, dass Jungs zum Beispiel wirklich weniger lesen. Vielmehr sollte man jedoch sehen, dass die Tatsachen genauso gut durch die Stereotypen beeinflusst werden. Daher ist es wichtig, Geschlechterrollen zu brechen und sich von geschlechterspezifischen Vorurteilen zu lösen. Dazu gehört meiner Meinung nach auch, dass man aufhören sollte, Produkte zu gendern und auf Marketingstrategien, wie „Boys and books“ zu verzichten.  

Aber was meint ihr?

Dana Leonie Dietrich (07/19)

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Von und für euch

Warum die AfD keine Alternative für Deutschland ist

Eine Rede von Jakob Beck (11/18)

Liebe Bürgerinnen und Bürger, sehr geehrte Politikerinnen und Politiker,

ich stehe hier und heute vor Ihnen und appelliere an Sie: Die AfD ist keine Alternative für Deutschland.

Ich beginne mit folgenden zwei Zitaten:

„In uns selbst allein liegt die Zukunft des deutschen Volkes. Wenn wir selbst dieses deutsche Volk emporführen (…) dann werden wir wieder emporsteigen… genau wie die Väter einst auch Deutschland nicht geschenkt erhielten, sondern selbst sich schaffen mussten!“ so Massenmörder, Diktator und Tyrann Adolf Hitler.

Auf der Gegenseite zitiere ich den Parteivorsitzenden der AfD Alexander Gauland: „Und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen!“

Erschreckend aber wahr: Parallelen beider Reden in Wortlaut und Ideologie.

Es ist etwas über 80 Jahre her, als die NSDAP an die Macht gekommen ist. Einige von Ihnen werden jetzt sicher argumentieren, dass die Demokratie damals ihre Schwächen hatte, die aber jetzt behoben worden sind und es somit zu einer erneuten Machtergreifung einer rechtsradikalen Partei nicht mehr kommen kann.

Ich aber sage, dass wir diese schwere Last ernstnehmen und ein Vorbild für die Welt sein sollten. Zu Zeiten, in denen Fremdenhass und Rassismus die Schlagzeilen überschatten. Zu Zeiten, in denen die Demokratie gefährdet ist wie noch nie. In diesen Zeiten stehen wir in der Verantwortung eine rechtsradikale, populistische Partei wie die AfD dorthin zu verbannen, wo sie hingehört:

in die Bedeutungslosigkeit.

Eines jedoch muss man der AfD lassen. In diesem Punkt kann ihr keine Partei in Deutschland nur ansatzweise das Wasser reichen:

Das ist mit dem Finger auf andere zu zeigen, von sich abzulenken und diesen dann die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Die AfD ist lediglich eine Bewegung durch Provokation, die schwammige, nicht zielführende Verbesserungsvorschläge in ihrem Wahlprogramm hat.

So schreibt sie zum Beispiel auf ihrer Internetseite zum Thema Auswanderung/Asyl, dass die Schlepper-Hilfsdienste auf dem Mittelmeer beendet und die „Passagiere“ zu ihren Ausgangsorten zurückgebracht werden müssen.

Nicht nur, dass sie Flüchtende, die keine Perspektive haben und ihr Leben aufs Spiel setzen, nur mit der Sehnsucht auf einen Neustart als „Passagiere“ fast schon beschimpft, sondern auch, dass die Rückführung das Problem nur noch vergrößern würde.

Diese Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, werden sich nämlich bis zu ihrem bitteren Tod auf die Flucht begeben.

Und jetzt frage ich Sie: Wollen Sie dies unterstützen, indem Sie die AfD wählen?

Sie müssen sich klarmachen, wer auch immer die AfD aus Protest wählt, der steckt mit den Neonazis unter einer Decke, von denen sich die Parteiführung nicht distanziert. Sie stehen in diesem Moment für das Gleiche wie ein Rechtspopulist Herr Gauland, der Hitler und die Nazis nur als  „Vogelschiss“ deutscher Geschichte bezeichnet.

Können Sie dies mit Ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Sie die AfD wählen?

Ich aber appelliere an Sie:

Schließen Sie sich mir an und lassen Sie uns den nächsten Schritt in Richtung Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität machen. Nicht nur wir Bürger stehen in der Verantwortung, nein, auch Sie liebe Politiker sind  in der Pflicht, jetzt den Schalter wieder umzulegen und sich mit Sachthemen zu beschäftigen, die uns Bürger betreffen. Kämpfen wir alle gemeinsam gegen Fremdenhass und Rassismus für eine starke Demokratie, auf die die Welt in diesen Tagen mehr denn je angewiesen ist.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und konnte Sie hoffentlich davon überzeugen, dass die AfD keine Alternative für Deutschland ist.