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Zwei Probleme sind eins zu viel

Jedes Thema auf dieser Welt kann unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betrachtet werden. Das lernen wir Schüler*innen spätestens in der achten oder neunten Klasse im Erdkundeunterricht und unterscheiden bei der Untersuchung dabei hauptsätzlich zwischen sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten. 

So muss sich auch die Frage gestellt werden, ob und inwieweit die derzeitige Pandemie den Unterpunkten der Nachhaltigkeit entspricht. Die ersten beiden Betrachtungsaspekte kann und wird sicher jeder von uns recht schnell mit einem klaren nein beantworten. Jedoch bei Fragen um Umwelt, Klimaschutz und Artenvielfalt, Begrifflichkeiten, die sich unter dem Aspekt der Ökologie wiederfinden, ist die Bevölkerung weitaus mehr gespalten.

Dabei scheint die Antwort zunächst eindeutig auszufallen.

Denn wenn Flugzeuge nicht mehr starten, Kreuzfahrtschiffe die Häfen nicht mehr verlassen dürfen und der geringere Verkehr, gerade in der Anfangszeit von Corona, zu einer besseren Luft in den Ballungsräumen beiträgt, kommt es zu einer Folge an der sämtliche Staaten seit Jahren scheitern: der geringere Ausstoß an Treibhausgasen.

So prognostizieren sämtliche Klima-Forscher, dass die CO2-Emissionen in diesem Jahr bis zu 5% sinken könnten. Ein Teilerfolg, der sich bei dem Gedanken an die starken Einschränkungen, die es auf der gesamten Welt gab und weiterhin gibt, schnell wieder relativiert. Dennoch brachte der Lockdown im Frühjahr Bilder hervor, an denen ich und auch bestimmt der ein oder andere von Ihnen/ Euch sich erfreute. So erinnert sich jeder von uns sicherlich an einen Augenblick in dieser Pandemie, an dem er keinerlei von Flugzeugen verursachten Kondensstreifen am Himmel sehen konnte, oder an die Satellitenbilder der NASA, auf denen der deutliche Rückgang der Luftverschmutzung über der Stadt Wuhan sichtbar wurde. Schöne Phänomene, die eigentlich so gewöhnlich sein müssten, als dass sie von mir in diesem Artikel unerwähnt blieben. Stattdessen sind sogar negative Entwicklungen in Bezug auf die CO2-Emissionen erkennbar, schaut man noch einmal auf den am Anfang erwähnten Verkehr in den Innenstädten. Denn aufgrund der höheren Ansteckungsgefahr, des vergeblich eingehaltenen Mindestabstandes und der Maskenpflicht in Bus und Bahn, sind öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr attraktiv genug. Da wird anstatt zur Fahrkarte lieber zum Autoschlüssel gegriffen und schon ist das „Mama-Taxi“ bereit, in Richtung Schule zu fahren.

Pandemiebewusstsein oder doch Bequemlichkeit? Es wird noch einige Zeit vergehen, bis dass diese Frage beantwortet werden kann.

Bis dahin müssen Themen zur Bekämpfung des Klimawandels es wieder in den öffentlichen Diskurs schaffen. Denn ein Problem wird nicht kleiner, wenn ein neues hinzukommt. Im Gegenteil, es kann plötzlich zu einer noch schlimmeren Gefahr mutieren.

Jakob Beck (12/20)

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