Kategorien
Wir empfehlen...

Das Zukünftige MCU

!SPOILER WARNUNG!: Avengers Endgame, Infinity War, Loki-Serie

Zurzeit ist Marvel auf Social Media ziemlich präsent. Nachdem Avengers Endgame, das große Finale der bisherigen Filme, herauskam, herrschte für kurze Zeit Funkstille, doch schon länger hat Marvel viele neue Serien und Filme angekündigt.
Geplante Serien sind: „What If…?“ (Sommer 2021), „Ms. Marvel“ (Ende 2021), „Hawkeye“ (Ende 2021), „She-Hulk“ (??), „Moon Knight“ (??), „Secret Invasion“ (??), „Ironheart“ (??), „Armor Wars“ (??), „The Guardians of the Galaxy Holiday Special“ (Ferien 2022) und „I am Groot“ (??).
Geplante Filme sind: „Black Widow“ (9. Juli 2021), „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ (3. September 2021), „Eternals“ (5. November 2021), „Spider-Man: No Way Home“ (17. Dezember 2021), „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ (25. März 2022), „Thor: Love and Thunder“ (6. Mai 2022), „Black Panther: Wakanda Forever“ (8. Juli 2022), „The Marvels“ (11. November 2022), „Blade“ (??), „Ant-Man and The Wasp: Quantumania“ (17. Februar 2023) und „Fantastic Four“ (??).

Bisher sind die Marvel Serien „WandaVision“, „The Falcon and The Winter Soldier“, „Loki“ (alle auf Disney+ zu sehen) und „Marvel’s M.O.D.O.K.“ (auf hulu zu sehen) erschienen.
Besonders die Disney+ Serien haben Marvel viele neue Fans beschafft, denn diese wurden auch durch Social Media immer berühmter, denn auf Plattformen wie Instagram oder TikTok gibt es viele Accounts, deren Inhalte komplett auf Marvel basieren. Z.B. meinte Olivia Rodrigo, dass „WandaVision“ ihre liebste Marvel-Serie sei. Dennoch empfehle ich, von Anfang an mit den Marvel Filmen in der chronologischen Reihenfolge zu starten, denn dann versteht man die vielen Flashbacks und Anspielungen auf das davor geschehene.

In der aktuellen „Loki“-Serie, von welcher jeden Mittwoch eine neue Folge erscheint, geht es um den Adoptivbruder Thors (Loki), welcher eigentlich im Film „Avengers Infinity War“ stirbt, der die Zeitlinie (den Verlauf der Zeit) durcheinander bringt. Denn in dem Film „Avengers Endgame“ reisen die Avengers in die Zeit des Films „The Avengers“ und da ihnen dort ein Fehler unterläuft, fällt Loki der Tesserakt (eine mächtige Waffe) in die Hände, was nicht mehr dem Fluss der Zeit entspricht, weswegen Loki von dem TVA (eine Art Zeitpolizei) gefangen genommen. Bisher sind zwei Folgen erschienen, welche beide mit viel Humor und spannend gestaltet sind.

Falls ihr Fragen habt, schreibt gerne einen Kommentar. 🙂

Ophèlie Salimata Wuttke (06/21)

Kategorien
Wir empfehlen...

„Ich bin eine Frau, ich kann so widersprüchlich sein, wie ich will.“

Downton Abbey – Serie (6 Staffeln, 52 Folgen)

Aus heutiger Sicht mag dieser Satz unangenehm sexistisch klingen, doch vor 100 Jahren kam man damit als hochangesehene Gräfin in England noch ganz gut durch. Als Teil des wohl beliebtesten britischen Historiendramas bringt einen Lady Violet Crawley, Dowager Countess of Grantham, nicht selten zum Schmunzeln, wenn sie, dargestellt von der Schauspiel-Legende Dame Maggie Smith, auf ihre unverwechselbare Art die Ansichten einer äußerst konservativen Adligen wiedergibt.

Downton Abbey heißt ihr ehemaliges Anwesen, das nun von ihrem Sohn Robert, dessen amerikanischer Frau Cora und ihren drei gemeinsamen Töchtern Mary, Edith und Sybil bewohnt wird.

Die gleichnamige, weltweit außergewöhnlich erfolgreiche Serie spielt im England des frühen 20. Jahrhunderts, das von drastischen politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen auf den Kopf gestellt wird. Die Einführung des Frauenwahlrechts, der irische Unabhängigkeitskrieg, der erste Weltkrieg, gefolgt von der erbarmungslosen Spanischen Grippe… Und mittendrin die adlige Familie der Crawleys, die von all den Ereignissen nicht unberührt bleibt.

Als der ursprüngliche Erbe ihres Anwesens beim Untergang der Titanic ums Leben kommt, müssen die Crawleys sich damit abfinden, dass der neue nächste männliche Verwandte, Matthew Crawley, ein ihnen so gut wie unbekannter junger Anwalt aus der Arbeiterklasse ist, der von dem pompösen Lebensstil der Familie wenig hält. Als die Versuche, den Erbvertrag anzufechten, misslingen, soll die älteste Tochter, Mary, mit Matthew verheiratet werden, was sie jedoch zunächst vehement ablehnt.

Und wie es auf Downton Abbey nun mal so läuft, folgt Problem auf Problem, werden Entscheidungen getroffen, die nicht getroffen werden wollen und finden Dinge statt, die lieber nicht an die Öffentlichkeit herangetragen werden sollten, um den Ruf der Familie Crawley nicht zu ruinieren.

Doch nicht nur die, die in den üppigen Zimmern in den oberen Etagen des Anwesens hausieren, haben ihr Kreuz zu tragen; auch die Bediensteten müssen sich mit persönlichen Problemen herumschlagen. So zum Beispiel das oberste Hausmädchen Anna, das partout kein Glück zu haben scheint, das Küchenmädchen Daisy, das ungewollt Zeuge eines verstörenden Ereignisses im Schlafzimmertrakt der Hausherren wird und der Diener Thomas, der mit seiner Homosexualität (die damals in England strafbar war) zu kämpfen hat und seinen Gefühlen durch zahlreiche Intrigen Ausdruck verleiht.

Was auf den ersten Blick wie ein viel zu kompliziertes, klassisches und vorhersehbares Drama wirkt, ist in Wirklichkeit das vielmals ausgezeichnete Werk des brillanten Autors Julian Fellowes, der mit der Serie über sechs Staffeln hinweg unglaublich komplexe und eigenständige Figuren erschafft und aufeinandertreffen lässt. Dabei ist nicht nur die Geschichte an sich ein Meisterwerk; auch die Aufmachung der Produktion bietet den Zuschauern ein ungewöhnlich ausgeklügeltes Erlebnis: Eine zauberhafte Location wurde mit dem Herrenhaus Highclere Castle in Hampshire gefunden, die Kostüme bestechen durch unfassbare historische Genauigkeit und selbst das Essen in  der Serie scheint wie im 20. Jahrhundert zubereitet zu sein, ganz zu schweigen von der fantastischen Besetzung, die international bekannte Stars wie Maggie Smith, Shirley MacLaine und Dan Stevens, aber auch unpopulärere, glänzende Schauspieler*innen zu einem hervorragend funktionierenden Ensemble machen.

Zwar kann die erste Folge von Staffel 1 (englische Erstausstrahlung September 2010) zunächst leicht für Verwirrung sorgen, da sie den Zuschauer erbarmungslos von der ersten Minute an in das Leben auf Downton Abbey entführt und die genauen Figurenkonstellationen erst im Laufe der nächsten Folgen wirklich klar werden, doch es wäre eine Schande, die großartigen Geschichten, Bilder und den angenehmen britischen Humor, der in vielen Szenen steckt, zu verpassen.

Die Serie bietet ein echtes Vergnügen für die ganze Familie, eine ordentliche Prise englischen Flair und, als netten Nebeneffekt, sogar etwas historische Bildung.

Alea Unger (12/20)

Kategorien
Wir empfehlen...

Schulroman mal anders

Buchempfehlung: „Nennt mich nicht Ismael!“

Wer kennt diese Geschichte nicht? Allein ein seltsamer Name erweist sich nicht selten als Ursprung unangenehmer Mobbing-Erfahrungen im Schulalltag. Doch fehlt vom klassischen, ausgekauten Mobbingroman hier jede Spur: Unser Schüler heißt Ismael, Ismael Leseur und ist nicht, oder zumindest nicht bloß, durch eigenwillige oder törichte Eltern, sondern aufgrund einer urkomischen Geburtsgeschichte, deren ausführliche Wiedergabe sich das Buch keinesfalls ausspart, nach Ismael aus Moby Dick benannt. Prompt diagnostiziert er sich das „Ismael-Leseur-Syndrom“, welches er für sämtliche Leiden und Probleme seines Lebens verantwortlich macht.

Da wären sein Scheitern im sportlichen Wettkampf, die Reaktionen seiner Mitschüler*innen auf eine selbstgebastelte Batman-Puppe, welche sie nur als den dicken Kontrolleur erkennen und die immer wiederkehrenden Sprüche und hinterhältigen Streiche vom größten Mobber der Klasse Barry Bagsley. Wirklich spannend wird es für Ismael, als ein neuer Schüler, der ungewöhnlicher gar nicht sein könnte, der Klasse beitritt. James Scobie, das scheinbar perfekte Mobbing-Opfer, gründet einen Debattierclub und bekämpft die Mobber auf seine ganz eigene Weise: Mit der Macht der Sprache. Zusammen mit einer Ansammlung der Aufgabe vollkommen ungewachsenen Klassenkamerad*innen muss es Ismael, der unter panischer Angst vor Zuschauer*innen zu sprechen leidet, irgendwie gelingen, eine vernünftige Argumentation zusammenzustellen.

Mit einem durchgehend bemerkenswert humoristischen bis geradezu satirischen Stil zeichnet Michael Gerard Bauer in seinem ersten Roman eine wundervolle Karikatur einer Schule und ihrer Mitgliedern, welche einer durchaus ernsthaften und sinnvollen Beschäftigung mit dem Thema des Mobbings jedoch niemals im Wege steht.

Auch oder gerade wer genug von den teils abstrus wirkenden Mobbingromanen hat, wird hier einen amüsanten Roman finden, der auch faszinierende Charaktere und andere Themen zu bieten fähig ist.

Kai Simanski (01/21)


Details:
„Nennt mich nicht Ismaell!“
Micheal Gerard Bauer
ISBN 978-3-423-62435-0

Kategorien
Wir empfehlen...

Einfach zu haben (Fsk 12)

„Ein großer Spaß für Teenies und Kritiker, Hipster und Kichengänger“, schreibt der Spiegel zu der Highschool-Komödie „Einfach zu haben“ oder auf Englisch „Easy A“. Auch der Filmdienst lobt den 92-minütigen Jugendfilm in höchsten Tönen: „Unterhaltsam-freche Highschool-Komödie mit pfiffigen Dialogen und guten Darstellern, die sich über die üblichen Genre-Albernheiten erstaunlich ernsthaft mit den Fallstricken der Pubertät auseinandersetzt.“

„Einfach zu haben“ (2010 veröffentlicht) schafft es, Jugendliche und Erwachsene in seinen Bann zu ziehen und fällt unter das Genre Comedy, Drama und Romanze. Dieses geschieht durch die humorvolle und authentische Art pubertäre Probleme und Fragen zu thematisieren.

Er ist angelehnt an den Klassiker „Der scharlachrote Buschstabe“, der von Nathaniel Hawthorne geschrieben und erstmals 1927, allerdings in einer stummen Version, verfilmt wurde. „Einfach zu haben“ bezieht sich jedoch auf die Verfilmung von 1934, weil Olive Penderghast, von Emma Stone gespielt, das Buch bei ihrem Lieblingslehrer Mr. Griffith in der Schule durchnimmt und anstatt das Buch zu lesen, sich den Film ansieht. Er handelt von einem Mädchen namens Hester Prynne, das fremdgeht und davon schwanger wird. Daraufhin muss sie als Bestrafung durchgehend den roten Buchstaben „A“ (für „adultery“ = „Ehebruch“) an der Kleidung tragen.

In „Einfach zu haben“ erzählt Olive Penderghast ihre Geschichte aus verflochtenen Gerüchten.

Sie lügt ihre Freundin Rhiannon (Alyson Michalka) an und erfindet ein spannendes, ereignesreiches Wochenende, an dem sie ihr Unschuld verloren hätte, und vertuscht so ihre langweiligen, einsamen Tage. Doch diese Notlüge geht nach hinten los, weil Marianne Bryant (Amanda Bynes), die streng-gläubige Christin, sie belauscht hat und so die Neuigkeit der verlorenen Unschuld bald die ganze Schule weiß. Also wird sie als Flittchen bezeichnet und mit Hester aus „Der scharlachrote Buchstabe“ verglichen. Sie solle auch ein rotes „A“ tragen, meint eine Schülerin. Daraufhin entbrennt ein Streit und Olive wird zum Direktor geschickt. Sie wird zum Klo-putzen mit dem homosexuellen Brandon (Dan Byrd) verdonnert. Es stellt sich heraus, dass Brandon ein schweres Leben führt und wegen seiner sexuellen Ausrichtung ausgegrenzt wird. Also täuschen sie auf einer Party lautstarken Sex vor, damit Brandon für heterosexuell gehalten wird. Olive wird vom Flittchen zur Schlampe und näht sich, trotzig, wie sie ist, ihre Kleidung zu aufreizendem, freizügigem Fummel um und bestückt sie mit einem großen, roten A.

Als dann herauskommt, dass der Sex nur gespielt war, Rhiannon sich der Kirchengruppe, die sich schon von Anfang an gegen Olives Freizügigkeit ausgesprochen haben, anschließt und Olive herausfindet, dass die Vertrauenslehrerin ihren Mann betrügt, entbrennt ein wirres Chaos aus verbreiteten Gerüchten, gespieltem Sex und wahrer Liebe.

Anne B. (07/19)

Kategorien
Wir empfehlen...

Buchrezension – Grischa

Fantasyliteratur herrscht in Buchläden sowie in vielen Häusern über einen großen Teil der Regalfläche. Und zurecht:

Nichts hilft uns besser, dem schnöden Alltag zu entkommen, als von der uns Muggeln versteckte Welt von Harry Potter, von Narnias Königreich jenseits des Kleiderschranks, oder von Tolkiens Mittelerde mit seinen zahlreichen fantastischen Kreaturen und Völkern zu lesen. Diese Beliebtheit eines Genres führt natürlich fast schon zu einer Überfülle von Fantasyliteratur. Um da herauszustechen, muss man vor allem eines sein: Originell. Und das ist genau, was Grischa, eine Trilogie („Goldene Flammen“, „Eisige Wellen“, „Lodernde Schwingen“) von Leigh Bardugo, besonders macht. Das Heimatland ihrer Protagonistin Alina Starkowa ist keine Fantasiewelt voll schillernder Magie und Zauberei. Im eisigen Rawka, das stark an Rußland im 19. Jahrhunderts erinnert, lebt die Mehrheit der Bevölkerung ohne Magie als Untertanen des Zaren, der in seiner Armee diejenigen versammelt, die die Fähigkeit haben, Elemente wie Feuer, Wasser und Metalle, aber auch den Körper zu manipulieren. Die Heiler und Entherzer beispielsweise machen einen großen Teil der Armee aus. Diese in ganz Rawka hoch angesehenen Soldaten werden Grischa genannt, deren Anführer nur „der Dunkle“ genannt wird. Alina ist zunächst nur eine einfache Kartografin in der ersten Armee, bis sie ihrem Kindheitsfreund Maljen das Leben rettet, indem sie zum ersten Mal ihre einzigartige Kraft, Licht zu leiten und lenken einsetzt. Daraufhin wird sie zum Palast des Zaren gebracht, um dort zur Kriegerin ausgebildet zu werden. Als sich dann jedoch ein politischer Umbruch in Rawka anbahnt, unter dem das Volk von bösen Kräften versklavt zu werden droht und Alina für die Menschen im Lande als „Sonnenkriegerin“ immer mehr zur Ikone wird, muss Alina sich entscheiden: Stellt sie sich den Herausforderungen, die sie in den wilden Taigawäldern und kargen Steppen des Landes erwarten? Eine elegant und spannend geschriebene Trilogie, aus die einem typischen Fish-out-of-Water-Szenario eine interessante und einzigartige Geschichte macht.

Janne Sophie Borgaes (01/19)