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Nachhaltigkeit – was heißt das eigentlich?

Was ist Nachhaltigkeit? Für die einen heißt es weniger shoppen, für andere biologischer Leben, und für wieder andere heißt es, nur das zu beanspruchen was man auch braucht. Nachhaltigkeit kann für jeden etwas anderes sein. Man kann in vielem nachhaltig sein. 

Hier sind Statements von verschiedenen Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern:

„Nicht unnötig viel Plastik kaufen, Müll trennen“

„Darauf achten, was man konsumieren muss und was nicht“ 

,,Die Technologie anlegen, die lange hält und Nutzen bringt“

„Die Ressourcen sparen, sodass noch andere Generationen auf der Erde leben können“

Es gibt also viele verschiedene Meinungen über Nachhaltigkeit.

Aber hinter allen Meinungen steht oft der Grundgedanke, man sollte nur so viel nehmen, wie man braucht.

Besonders aus der Corona-Pandemie kann man lernen, dass es nichts bringt, Toilettenpapier und Nudeln anzuhäufen, obwohl man doch sonst auch mit dem normalen Einkauf ausgekommen ist.

Grundsätzlich bedeutet Nachhaltigkeit also, auch an andere zu denken und nur soviel zu benutzen wie man braucht.

Ophélie Salimata Wuttke (12/20)

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Caesar war queer

Geschichtswissen, das man nicht in der Schule lernt #1

Im antiken Rom war es nichts Besonderes, einen gleichgeschlechtlichen Partner zu haben. Entscheidender war eher, welchen Part man(n) dabei einnahm. Dabei ging es um Machtdemonstrationen: Der aktive Part beim Sex (also die Person, die wir heute umgangssprachlich „Top“ nennen würden) hat die Macht und wurde eher mit „Männlichkeit“ assoziiert. Daher war es auch eine Art von Statussymbol, wenn man als männlicher Patrizier unterwürfige Männer ehm… vögelte, um eben jene Macht zu demonstrieren.

Caesar könnte man also nach heutigen Bezeichnungen also als etwas wie „bisexuell“ bezeichnen, denn er war zwar mit Frauen liiert, es ist aber davon auszugehen, dass er durchaus auch Beziehungen mit Männern hatte, was jedoch für diese Zeit kein Problem darstellte.

Einen Skandal gab es allerdings, als Gerüchte aufkamen, dass Caesar, als er mit 20 Jahren als Botschafter nach Bithynien (Königreich in Kleinasien, später römische Provinz) reiste, ein Verhältnis mit dem König Nikomedes gehabt hätte und dabei den „passiven“ Part einnahm. Auch wenn dies nie bestätigt wurde, belustigte dieser Skandal viele Soldaten und Untertanen und es entstanden einige hämische Verse. Catull (der Name sollte den älteren von euch aus dem Lateinunterricht bekannt vorkommen) veröffentlichte angebliche den berühmten Vers „Gallias Caesar subegit, Nicomedes Caesarem“ (ein Zeugma, für alle Fans von Stilmitteln), was so viel heißt wie „Caesar bezwang Gallien, Nikomendes den Caesar“ und selbst Cicero bemerkte wohl, dass die Jungfräulichkeit des Nachkömmlings der Venus in Bithynien verloren gegangen sei. In manchen Quellen wird Caesar sogar als „Königin von Bithynien“ bezeichnet, um sich über ihn lustig zu machen.

Dies war übrigens nicht der Einzige Skandal Caesars Sexleben betreffend: Auch seine Liaison mit Cleopatra, beziehungsweise die Vermutung, Caesar sei der Vater ihres Sohnes, war wohl ein großes Thema.

Eine ausländische Königin zu schwängern war eben fast so schlimm, wie sich von einem ausländischen König besteigen zu lassen.

Nun ja, die Wahrheit dieser Geschichte wird bestritten, Fakt ist aber, dass es die Gerüchte gab, vielleicht mit dem Ziel einer Diskreditierung Caesars, und sich diese bis zu den Iden des März im Volksmund hielten. Und queer war Caesar ziemlich sicher.

Was denkt ihr, hat Caesar „Bottom-Energy“? Kennt ihr weitere geschichtliche Personen, von denen niemand weiß, dass sie queer waren? (Einer meiner Favoriten ist da Vinci, aber dazu vielleicht später mehr)

Ich freue mich über Kommentare (gern auch von Latein- und Geschichtslehrern)

Dana Leonie Dietrich (01/21)

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Wie kann ICH eigentlich nachhaltig sein?

Nachhaltigkeit.
Ein momentan sehr großes Thema. Du willst auch anfangen, nachhaltig zu leben?
Dann gibt es hier genau 7 Tipps, wie Du dein Ziel erreichen kannst:

STEP NUMBER ONE:

Weniger Konsum – mehr Freude
Der Minimalismus wird gerade in der Nachhaltigkeit groß geschrieben.
Dies solltest Du in Zukunft auch probieren.
Brauchst Du wirklich alle Klamotten, die in deinem Schrank schon sehnsüchtig darauf warten, von dir nach Ewigkeiten mal angezogen zu werden? Auch hier fängt Nachhaltigkeit schon an. Miste doch am besten mal Deinen gesamten Kleiderschrank aus und überlege, ob du wirklich noch alles brauchst. Die Klamotten, die Du aussortiert hast, kannst Du wieder in den Kreislauf einbringen, z.B. durch Abgabe an Hilfsorganisationen, soziale Einrichtungen oder Wohltätigkeitsbasare.

STEP NUMBER TWO:

Auch beim wöchentlichen Einkauf kannst Du versuchen, nachhaltiger zu werden. Nimm doch beim nächsten Mal einfach einen Stoffbeutel mit, um Plastiktüten und so auch Müll zu vermeiden. Oder du gehst einfach anstatt in den Supermarkt auf einen Wochenmarkt, denn dort ist die Ware wesentlich weniger im Plastik umpackt. Auch die Waren, die Du kaufst, können durch nachhaltigere getauscht werden. Hast Du zum Beispiel schon mal was von einer Zahnbürste aus Bambus gehört? Oder anstatt Einwegrasierer zu benutzen kannst Du auch ganz easy und simpel auf Rasierhobel umsteigen. In Hildesheim haben wir sogar einen Unverpacktladen „grammliebe“, schau dort auf jeden Fall mal vorbei!
Kleiner Tipp: Nachhaltig leben kann nicht nur richtig Spaß machen, Du kannst auch Unmengen an Geld damit sparen.

STEP NUMBER THREE:

Wer kennt es nicht? Nochmal schnell in das Auto steigen, um in die Stadt oder zu Freunden zu fahren. Das ist ab sofort, soweit es geht, OUT. Wenn du nachhaltiger Leben lernen willst, solltest Du versuchen, Auto oder Busfahren zu meiden. Stattdessen kannst Du einfach das Fahrrad nehmen oder – wenn es möglich ist – einfach zu Fuß gehen. Auch Flüge solltest Du versuchen zu meiden, wenn es jedoch fast unmöglich ist, um einen Flug drum herum zu kommen, dann denk doch mal an Direktflüge.
Die bringen Dich nicht nur superschnell an Dein Ziel sondern entlasten die Umwelt dank keiner Zwischenstopps.

STEP NUMBER FOUR:

Du kannst auch viele Dinge ganz leicht wiederverwenden. So wird zum Beispiel aus einem alten T-Shirt mit Löchern ein neuer Topflappen und ein neues Geschirrtuch. Schmeiß nicht Dinge direkt weg, sondern überlege, ob Du sie in irgendeiner Weise noch benutzen könntest.

STEP NUMBER FIVE:

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum heißt es jedes Jahr erneut in der Weihnachtszeit. Doch dabei stellt sich häufig die Frage, was für ein Baum die Rolle des Weihnachtsbaums übernimmt: Ein echter oder künstlicher?
Die Antwort darauf ist einfach: Ein echter!
Die Herstellung von Plastikweihnachtsbäumen produziert weit mehr CO2 als die Produktion echter Bäume. Diese produzieren außerdem noch Sauerstoff. Obwohl künstliche Bäume jedes Jahr erneut verwendet werden können, halten sie bei weitem nicht lang genug, dass der CO2-Austoß ausgeglichen wird.
Echte Tannen hingegen werden zwar abgeholzt, werden aber auch für genau diesen Zweck auf Plantagen gezüchtet. Ohne Nachfrage nach echten Weihnachtsbäumen, würden diese also gar nicht gepflanzt werden.
Am besten kaufst Du aber einen eingetopften Weihnachtsbaum. Dieser kann auf die Plantage zurückkehren und erneut genutzt werden, bis er zu groß ist und im Wald weiterlebt.

STEP NUMBER SIX:

Weniger Müll ist immer gut. Besonders wenn es um Lebensmittel geht.
Versuch demnächst, die Reste vom Essen aufzuheben und möglichst an einem anderen Tag zu essen. Auch muss nicht immer nach Rezept gekocht werden. Werde selbst kreativ und versuche vorhandene Lebensmittel neu zu kombinieren. Vielleicht kreierst du ja ein neues Lieblingsgericht.

STEP NUMBER SEVEN:

Stelle Dinge selbst her.
Hast Du schon mal selber Seife gemacht oder Kerzen gezogen? Das sind nicht nur tolle nachhaltige Geschenkideen, sondern Du weißt, was drin ist, und kannst Gegenstände deinen Vorstellungen nach gestalten.
Auch durch das Anbauen von Obst und Gemüse im eigenen Garten, kannst du Bio essen, ohne vorher Lebensmitteln nach dem entsprechenden Siegel abzusuchen.

ACHTUNG:

Auch bei augenscheinlicher Nachhaltigkeit sollte man auf geringeren Konsum achten und an seine Mitmenschen denken. Second-Hand ist beispielsweise eine tolle Möglichkeit gebrauchtes wiederzuverwenden. Du solltest aber trotz der niedrigeren Preise nicht mehr kaufen, als du eigentlich brauchst. Manche Menschen haben nicht die Möglichkeit teuer einzukaufen und sind daher von solchen Läden abhängig. Veranstalte lieber eine Kleidertauschparty mit deinen Freunden.

AUßERDEM:

Achte bei deinem Einkauf auf diese und mehr Nachhaltigkeitssiegel:

Marlene Hilbert, Juliane Geisler (12/20)

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Die Sprache der Kaninchen

Die meisten, bis schon fast alle, haben bestimmt ein Haustier. Ihr wollt bestimmt alle mit ihnen reden. Hier gibt es ein paar Hinweise für die Kaninchensprache:

Wenn ein Kaninchen neugierig ist, zeigen die Ohren nach vorne und auch beide Ohrmuscheln zeigen nach vorne. Wenn das Kaninchen unentschlossen ist, zeigt ein Ohr voller Tatendrang nach vorne und das andere Ohr hält sich ängstlich im Hintergrund.

Eine andere häufige Frage ist außerdem bei vielen, wieso manche Kaninchen lange und große Ohren haben und andere kleine und kurze Ohre haben. Das liegt an der Rasse. Zum Beispiel hat der Farbenzwerg sehr kleine und kurze Ohren, während der Deutsche Riese riesig große Ohren hat, was auch der Name schon verrät. Die meisten Menschen haben jedoch Zwergwidder.

Helena Hirschfeld (01/21)

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Mobbing im Tierreich

Der Begriff ,,Mobbing“ wurde ursprünglich von dem österreichischen Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz erstmals im Jahr 1963 für die raffinierten Verteidigungsstrategien der Tiere verwendet. Dieses Phänomen, bei dem sich mehrere Artgenossen zusammenschließen, um einen kräftemäßig überlegenen Feind zu vertreiben, wird auch „Hassen“ genannt. Dieses ist im Tierreich weit verbreitet:

Singvögel und Bienen mobben genauso wie Erdmännchen, Affen und sogar einige Fischarten.

Ziel dabei ist es, den Feind so stark zu belästigen oder zu verwirren, dass er das Weite sucht. Vögel erreichen dies zum Beispiel durch lautes Gezwitscher und permanente Sturzflüge auf den Feind, bei denen sie kurz vor der Kollision schlagartig die Richtung wechseln. Andere Vogelarten, besonders Möwen, gehen sogar soweit, sich über das Opfer ihrer „Hassattacke“ zu erbrechen. Erdmännchen schützen sich vor gefährlichen Schlangen, indem sie ihnen durch Tritte Sand in die Augen schleudern, während bei Fischen beobachtet wurde, wie sie eine Muräne durch ständiges Anstupsen in die Flucht schlugen. Etwas brutaler geht es bei den Bienen zu: Einige Arten pflegen es, Hornissen, die ihnen gefährlich werden könnten, zu ihrem Stock zu locken, um sie dort in eine Art Mantel aus vielen Bienen einzuhüllen. Durch die Flügelschläge entsteht eine unangenehme Hitze, die schließlich zum Tod der Hornisse führt.

Das Mobben im Tierreich muss jedoch nicht zwangsläufig zur Verteidigung gegen andere Arten dienen. In Affenrudeln zum Beispiel ist es ein fester Bestandteil der Bildung der Rangordnung. Affen im Teenager-Alter versuchen, sich dadurch einen Platz in einer starken Gruppe zu sichern, da solche in der strengen Hierarchie des Rudels bessere Chancen auf Anerkennung haben und die Rangordnung mitbestimmen. Wenn es für sie von sozialem Vorteil ist, greifen sie sich gegenseitig an und führen meist blutig endende Kämpfe untereinander aus. Nachdem ein Affe sich in einem Rudel den Rang des Alphamännchens erkämpft hat, schützt es sich vor Angriffen starker Konkurrenz durch möglichst viele Verbündete, die es durch Akte des Vertrauens, wie zum Beispiel die gegenseitige Fellpflege, gewinnt.

Das Mobben ist also keine grausame Erfindung des Menschen, sondern stammt von unseren unmittelbaren Vorfahren ab und kann somit theoretisch als „vollkommen natürlich“ bezeichnet werden. Da in unserer Gesellschaft jedoch grundsätzlich jeder gewisse Rechte hat, die von anderen Menschen nicht missachtet werden dürfen, und durch die sich unsere „Rangordnung“ ganz klar von der der Tiere unterscheidet, sollte diese Tatsache keinesfalls als Berechtigung für das Mobbing in Schulen, Arbeitsplätzen und anderen Gruppen gesehen werden.

Alea Unger (05/19)

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Wohlfühlen im eigenen Körper

Bin ich zu dick? Bin ich zu dünn? Was denken wohl die Anderen über mich? Entspreche ich der Norm?

Diese und mehr Fragen stellen sich viele Jugendliche in Deutschland. Viele denken, sobald das Wort ,,Esstörung“  fällt eher an Magersucht oder Bulimie. Unter Magersucht versteht man eine schwere psychische Erkrankung von meist Mädchen und jungen Frauen, die oft ein verzerrtes Bild ihres Körpers haben. Obwohl diese schon meist sehr untergewichtig sind, fühlen sie sich meist trotz rapider Diäten immer noch zu dick. Im Gegensatz zu der Magersucht versteht man unter Bulimie eine ,,Ess-Brechsucht“, bei der Btroffene durch Essanfälle sehr viel Nahrung zu sich nehmen, diese jedoch durch Schuldgefühle wieder ,,loswerden“ durch Methoden wie Erbrechen oder Hungern.

Jedoch  ist auch die sogenannte Adipositas ,,Fresssucht“ auch eine Form der Essstörung. Frauen und Mädchen erkranken öfter an Magersuch und Bulimie, jedoch leiden Männer und Jungen im Gegensatz zum anderen Geschlecht öfter an der ,,Binge-Eating-Störung“. Dies ist eine Art der Esstörung, bei der Betroffene sich mit sogenanten ,,Fressattacken“ regelrecht den Magen vollschlagen, bis sie unangenehme Sättigung spühren. Der Unterschied zu Bulimie ist hierbei, dass Betroffene nur sehr selten zu Gewichtsreduzierenden Mitteln wie Erbrechen, Sport oder Hungern greifen. Jedoch bleibt doch immer noch die Frage, wieso das Ganze? Sollte man sich nicht wohl in dem Körper fühlen, in dem man steckt?

Diese Frage stellen sich sicher nicht nur Aussenstehende wie Familie, Freunde und Bekanntenkreis, sondern auch die jeweiligen Beteiligten. Allerdings wird es ja nicht umsonst Sucht genannt. Auch wenn alle Essstörungen so unterschiedlich scheinen, dies haben sie zumal gemeinsam.

Teilweise wissen ,,Süchtige“ kurzzeitig gar nicht mehr, wofür sie dies machen, da sie nur noch diese eine Zahl auf der Waage sehen, die täglich sinken MUSS ( Besipiel Magersucht oder Bulimie). Durch diese Sucht entstehen auch oft psychisch, chronische Krankheiten wie Depressionen oder Psychosen. Jedoch ist es gar nicht so einfach als Aussenstehender zu helfen, da diese meistens nur Wut, Trauer und Enttäuschung der Betroffenen abbekommen.

Auch wenn Essstörungen psychische Krankheiten sind, können diese zu großen physischen Problemen führen.

Das Beste ist also zum Beispiel einen Hausarzt aufzusuchen. Was viele Beteiligte sich jedoch erstmal durch den Kopf gehen lassen müssen ist, dass sie krank sind, was sich viele vorerst gar nicht eingestehen.

Alles in einem kann man sagen, dass auch die Essstörungen eine ernstzunehmende Krankheit, die auch durch psychomatische Hilfe bekämpft werden kann und sollte.

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Magersucht durch Tastsinn behandeln

Die Ursache von Anorexie ist bei vielen Patienten*innen eine falsche Selbsteinschätzung von ihrem eigenen Körper. Bei einem Test, bei dem Betroffene ihren Taillenumfang mithilfe eines Seiles schätzen müssen, schätzen sie diesen oft fast dreimal so groß wie er eigentlich ist. Martin Grunwald von der Universität Leipzig verknüpft dieses Phänomen mit einer Einschränkung der Tastsinneswahrnehmung und seine jahrelangen Testergebnisse beweisen die Richtigkeit dieser These. Er behandelt Magersüchtige indem sie sich mehrere Minuten pro Tag in einem taucherkleidung-ähnlichen Neoprenanzug bewegen sollen. Und im Gegensatz zu vielen verbalen oder medikamentösen Behandlungen zeigt diese Therapie mithilfe von Stimuli der eigenen Körperwahrnehmung tatsächlich eine Wirkung. Leider gibt es aber noch keine wissenschaftliche Studie, die eine Wirkung zweifelsfrei belegen könne, da es sehr schwer ist, finanzielle Förderung für klinisch-psychologische Forschung zu erhalten.

Dana Leonie Dietrich (07/19)

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Die zwei Seiten des Mobbings

Was macht das Opfer zum Opfer und den Täter zum Täter? (und wie man damit umgeht)

Ein Interview mit Frau Malerba Gallistl

Wenn man gemobbt wird, kommt man in die Rolle des Opfers. Und in der Rolle des Opfers ist es nicht bequem. Man muss etwas ändern, sonst gewöhnt er sich daran, ein Opfer zu sein.

Die Gefahr ist, dass man in der Rolle des Opfers bleibt und dass man sogar denkt, dass das die Rolle ist, die einem im Leben schon als Kind gegeben wurde.

Und dann wird man garantiert ein Opfer der Kollegen, ein Opfer der Familie, ein Opfer des Partners und selbst ein Opfer der eigenen Kinder, die einen irgendwann sehr schlecht behandeln werden. Man bleibt in dieser Opferrolle.

Welche sind die negativen Folgen, dass man ein Opfer ist?

Ein Opfer zu sein nagt am Selbstwertgefühl. Und wenn wir kein gutes Selbstbewusstsein haben, wenn wir uns nicht schätzen und nicht lieben – und ich kann mich nicht lieben, wenn ich weiß, dass ich ein Opfer bin 

Ich kann jammern, aber das heißt nicht, dass ich mich liebe, ich glaube vielleicht, dass ich mich liebe, aber ich liebe mich nicht, wenn ich mich lieben würde, würde ich mich schützen, ich würde mich bemühen, aus der Opferrolle heraus zu kommen

– dann treffen wir falsche Entscheidungen. Wenn ich mal gemobbt wurde und nichts gemacht wird – obwohl ich mir klarmachen muss, dass man immer die Kraft für eine Veränderung hat – kann es sein, dass ich mich in die Isolation flüchte. Ich gehe nicht zur Party, oder zur AG. Es gibt immer Leute in Gruppen, die Probleme lieber alleine lösen, weil sie instinktiv denken, dass sie in der Gruppe als dumm oder inkompetent gelten oder beleidigt werden. Also flüchtet man sich in die Isolation.

Die andere Lösung, wenn man nicht den Weg der Isolation einschlägt, ist, dass man um Aufmerksamkeit bettelt. Betteln um Aufmerksamkeit ist etwas, dass beim anderen überhaupt nicht gut ankommt. Ganz besonders kennt man das von der Partnerschaft. Wenn ich meinen Partner um Aufmerksamkeit bitte wie „Wann wirst du mich endlich fragen, wie es mir geht?“ tendiert der Andere dazu, sich zurückzuziehen. Das kann natürlich auch zwischen Eltern und Kindern und in der Clique so gehen. Das Betteln um Aufmerksamkeit ist ein Teufelskreis. Man hat dann die Bestätigung, dass es nicht funktioniert. Es funktioniert nicht, weil ich ein Opfer bin.

Wenn ich als Opfer jemanden finde, der mich ernst nimmt, werde ich ihn immer als einen Retter behandeln. Und man wird sehr schnell Opfer vom vermeintlichen Retter. Auch das geschieht sehr oft in der Partnerschaft. Wenn ich kein gutes Selbstwertgefühl hat, werde ich dankbar dafür, dass ich akzeptiert werde und werde nicht denken, dass es mein Recht ist, akzeptiert zu werden.

Wir haben jetzt viel über das Opfer gesprochen, man muss aber auch die Probleme sehen, die dem Täter gelten. Denn der Täter fühlt sich wohl, solange er andere unterdrücken kann. Und das kann für eine lange Weile gut gehen. Aber die Gefahr steckt darin, dass er irgendwann selbst angegriffen werden wird und das wird früher oder später im Leben passieren. Und weil er sein Selbstwertgefühl auf dem Heruntersetzen anderer aufgebaut hat, steht er dann plötzlich vor dem nichts. Das passiert sehr häufig und führt dann zur Depression oder zur Sucht. Dann muss man gucken, warum jemand das Bedürfnis hatte, alle anderen klein zu machen. Das liegt nämlich daran, dass er seine eigenen Emotionen, zum Beispiel Schmerz unterdrückt hat. Wenn man merkt, dass man ein Aggressor ist, und früher oder später wird man das merken, dann wird man auch merken, dass man in die Isolation geraten ist. Man ist zwar ein großer Held, aber komplett isoliert. Das ist eben die Rückseite der Medaille. Verena Kast, eine sehr interessante Psychoanalytikerin aus Zürich, spricht direkt von einer Verklammerung von Opfer und Aggressor.

Wenn jemand als Kind gemobbt wurde, wird er auch später noch die ganze Problematik des Opfers haben, aber

zur Opferrolle gehört auch die Aggressorrolle.

Das heißt, er wird Schadenfreude empfinden oder andere attackieren. Es kann auch intrapsychisch funktionieren, sodass er sich selbst attackiert. Er wird immer Migräne haben, oder sich selbst auf andere Weise schaden. Es wird sich im Körper kristallisieren. Natürlich kann man keinem Kind, das gemobbt wird sagen „du bist auch ein Aggressor“, aber es wird sich dorthin entwickeln. Die Rückseite des Opfer-Seins, ist das Aggressor-Sein. Und wenn ich mich von der Opferrolle verabschiede, verabschiede ich mich auch von dieser Rolle. Der Vorteil ist, dass ich nun mein Leben gestalten kann, mit Freiheit und mit Freude. 

Wie kann man sich denn selbst helfen?

Grundsätzlich ist es gut, darüber zu sprechen. Ich bemühe mich an der Schule sehr, gewisse Themen zu enttabuisieren, seien es Suchtproblematik, Depressionen oder Mobbing. Zuerst einmal muss man sich trauen jemanden zu finden, der ein offenes Ohr hat. Darum haben wir auch die Beratungsstellen am Andreanum eingeführt, damit man die Möglichkeit hat, mit gewissen Lehrern zu sprechen, die ein offenes Ohr haben sollten. Wenn sich der entsprechende Schüler zu Hause wohlfühlt, kann er das natürlich auch mit den Eltern besprechen. Bei den Eltern kann es allerding schwieriger sein, denn oft wird man ein Opfer, weil man in der Familie schon unterdrückt wird, die Eltern zu viel erwarten und weil man sich in der Familie daran gewöhnt hat, falsche Rollen einzunehmen, um die Eltern zufriedenzustellen. Die Hauptsache ist, dass man weiß: Man muss darüber sprechen.

Man muss darüber sprechen und wenn ich ein wenig älter bin muss mir im Klaren sein, dass es in meiner Verantwortung liegt, mich von der Opferrolle zu verabschieden, damit gewinne ich die Freiheit. Leben gelingt nur, wenn ich es selbst in die Hand nehme. Wie schaffe ich das? Zuerst rede ich darüber, ich kann zum Beispiel die Eltern bitten, die Schule zu wechseln.

Wie kann man den sein Selbstwertgefühl verbessern?

Man muss sich schon ein bisschen damit beschäftigen. Man muss sich fragen, welche Rolle man spielt.

Spiele ich immer die Rolle, die die anderen von mir erwarten, oder mache ich tatsächlich das was ist will?

Wenn ich mich lange mit der Frage beschäftig, werde ich merken was mir gefällt und was nicht. Ich habe Kraft, wenn ich das mache was mir gefällt und ich werde schwach, wenn ich mich in Rollen zwänge, die andere von mir erwarten. Und es kann sein, dass das lange Zeit geht, aber dann falle ich in die Sucht. Ich muss mich verrückt machen um die Klausur gut zu machen und vielleicht ist es mir ganz egal, ob die Klausur gut läuft oder nicht, aber ich weiß, es wird erwartet.

Das Leben entwickelt sich stetig weiter und ich muss mir immer die Frage stellen, ob das was ich mache für mich Sinn ergibt und ob es mir Freude schenkt. Das wird oft unterschätzt. Man denkt sich „das bringt viel Geld“ und es bringt viel Geld, aber keine Freude. Natürlich macht nicht alles immer Spaß, auch bei Sachen die mir gefallen. Manche Sachen machen mir keinen Spaß, aber ich weiß, dass es sinnvoll ist. Es muss Sinn ergeben. Und wenn das zutrifft baue ich mein Selbstwertgefühl auf, denn dann merke ich, dass ich mich entdeckt habe. Ich weiß was ich will und beginne mich zu lieben, zu schützen und zu akzeptieren.

Damit das Leben gelingt, muss man sich kennen. Damit das Leben gelingt, muss man sich lieben. Und drittens: Damit das Leben gelingt, muss man sich aus der Opferrolle befreien. Jeder kommt irgendwann mal in die Opferrolle, aber davon muss man sich verabschieden.

Dana Leonie Dietrich (07/19)

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Cybermobbing

Cybermobbing.

Ein immer wiederkehrendes Thema, was es eigentlich ganz schön in sich hat.

Jeder kennt es, jedoch sind mehr davon betroffen als man es sich vorstellen möchte. Laut einer Statistik der mpfs (Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest) sind bereits 37% von Cybermobbing betroffen.

Zuerst würde man denken, dass Cybermobbing strafbar ist, allerdings ist dies nicht der Fall. Jedoch sind die Taten, die beim Cybermobbing gemacht werden strafbar, zum Beispiel Nötigung, Beleidigung oder sogar Drohungen. Mit diesem und vielen weiteren Medien-bezogenen Fragen und Antworten beschäftigt sich auch übrigens die Medienscout-Ag. In diser Ag bereiten sich unter anderem momentan die Achtklässeler des Andreanums für einen kleinen Besuch in den fünften Klassen, für die Aufklärung von Social Media Apps wie zum Beispiel Whats App, Instergram und Co.

Aber was ist Cybermobbing überhaupt?

Cybermobbing, auch Cyber-Bullying genannt, ist eigentlich nichts anderes als (meist anonymes) Bloßstellen, Schikanieren und Verleumden von sogannten Opfern im Internet. Meist fühlen sich die Täter, also die Mobber hier ungestört und sehr mutig, weshalb sie oft noch ,,agressiver“ auf ihre Opfer eingehen, da sie oft aus dem Bekanntenkreis der betroffenen Person kommen. Das Problem ist hierbei oft, dass es zumal anonym passiert und dass oft von Aussenstehenden verbreitet wird, denn wie jeder weiß:

Das Internet vergisst nie!

Aber wie kann man helfen?

Der erste Schritt ist es, auf jeden Fall nicht mitzumachen, da es sich sonst so schnell ausbreitet wie ein Lauffeuer. 

Man sollte auch Dinge wie Beleigungen dokumentieren. Zudem könnte man mit dem Opfer reden, vielleicht hat dieses ja schon eine Idee, wer hinter dem Internetmissbrauch stecken könnte. Als Opfer selbst heißt es nun erstmal: Ruhe bewahren, denn du bist NICHT allein!

Du solltest alles melden, blockieren und löschen, natürlich erst nachdem du alle Angriffe dokumentiert hast.

Wenn nichts hilft, solltest du mit einer Person darüber sprechen, selbst das kann einen schon beruhigen.

Also immer die Augen offen halten und handeln, denn durch Schweigen und Nichtstun wird sich nichts ändern!

Marlene Hilbert (05/19)

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Der Chemiker des Jahres 2019: Emil Fischer

Denen von euch, die dieses Jahr schon im Ch1 waren, ist bestimmt das Plakat des Chemikers des Jahres aufgefallen. Das ist dieses Jahr Emil Fischer, doch wer ist das eigentlich und wieso ist er Chemiker des Jahres?

Den Chemiker des Jahres wähle die Fachschaft Chemie aus, verriet mir Frau Malz. Chemiker, die in dem aktuellen Jahr ein Geburts- oder Sterbejubiläum feiern, kommen in die engere Auswahl und so fiel die Entscheidung dieses Jahr auf Emil Fischer, der am 15. Juli seinen 100. Todestag haben wird.

Emil Fischer, geboren am 9. Oktober 1852, wollte schon nach seinem Abitur unbedingt Mathematik und Physik studieren, allerdings lehnte sein Vater dies ab und überzeugte Ihn zu Kaufmannslehre. Diese brach er aber kurz darauf wieder ab, um an der Universität Bonn Chemie zu studieren. 1874 promovierte er dann in Straßburg und arbeitete später als Professor in Städten wie München, Erlangen und Würzburg.        

Einer seiner bedeutendsten Leistungen sind die FISCHER-Projektionsformeln und den Fund der Aminosäuren Prolin und Oxyprolin. 1902 erhielt er den Nobelpreis für Chemie für Arbeiten auf dem Gebiet der Zuckerchemie. Während des ersten Weltkriegs half er dabei, chemische Waffen für das deutsche Militär zu entwickeln und war somit für den Tod sehr viele gegnerischer Soldaten verantwortlich. Unterstützung des Krieges bereute und dass ihm die negativen Folgen mentales Leid zufügten. Zusätzlich musste er zu diesen Zeiten den Tod seiner Frau und seiner zwei Söhne verkraften.                                                                                                                      Im Jahr 1919 wurde bei ihm Darmkrebs diagnostiziert. Daraufhin regelte er seine letzten Angelegenheiten, vermachte sein Vermögen seinem Sohn und der Akademie der Wissenschaften zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und nahm sich durch die Einnahme von Zyankali das Leben.

Dana Leonie Dietrich (01/19)