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Nicht nur ein Wissenschaftler: Der Chemiker des Jahres 2018, Otto Hahn

Denen von euch, die dieses Jahr schon im Ch1 waren, ist bestimmt das Plakat des Chemikers des Jahres aufgefallen, das ist dieses Jahr Otto Hahn, doch wer ist das eigentlich und wieso ist er Chemiker des Jahres?

Den Chemiker des Jahres wähle die Fachschaft Chemie aus, verriet mir Frau Malz. Chemiker, die in dem aktuellen Jahr ein Geburts- oder Sterbejubiläum feiern, kommen in die engere Auswahl und so fiel die Entscheidung dieses Jahr auf Otto Hahn, der seinen 50. Todestag hat.

Otto Emil Hahn wurde als Sohn einer wohlhabenden Familie am 8. März 1879 in Frankfurt am Main geboren. In der Schule schien er sich für Chemie und Physik nicht außergewöhnlich zu interessieren, experimentierte aber schon als Jugendlicher zuhause mit Elementen wie Wasserstoff und Phosphor. Nach seinem Abitur studierte er gegen den Willen seines Vaters Chemie in Marburg, mit Physik, Mathematik, Philosophie und Mineralogie in den Nebenfächern.

Nachdem er in Frankfurt seinen Militärdienst absolvierte, kehrte er nach Marburg zurück, wo er zwei Jahre blieb, bis er auf Anraten seines Professors Theodor Zincke nach London ging, um am University College mit Sir William Ramsay zusammenzuarbeiten (Dieser Nobelpreisträger könnte euch vielleicht als Entdecker mehrerer Edelgase bekannt sein). Dort fing er an sich auf die Radiochemie zu konzentrieren.

Aufgrund vieler wissenschaftlichen Erfolge, wie die Entdeckungen  mehrerer Isotope, erhielt Hahn die Möglichkeit, nach Montreal zu ziehen und dort mit dem Nobelpreisträger Ernest Rutherford (Den kennt ihr vielleicht vom Rutherford´schen Atommodell) zu arbeiten, bis er 1906 nach Berlin zurückkehrte und dort mit Emil Fischer (ebenfalls Nobelpreisträger, bekannt durch die sg. „Fischer-Projektion“) zu forschen.

In Berlin lernte er die junge Lise Meitner kennen, mit der er später die Kernspaltung entdeckte. Leider wurde die gemeinsame Arbeit von den Nazis unterbrochen, da Meitner Jüdin war und somit nicht arbeiten durfte. (Mithilfe von Hahn schaffte sie es glücklicherweise  nach Stockholm zu fliehen.) 1944 erhielt er für die Erfolge in der Atomforschung allein den Nobelpreis für Chemie.

Allerdings war Otto Hahn nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene bewundernswert. Er setzte sich gegen die Nazis ein und selbst Einstein bezeichnete ihn als „Einer der wenigen, die aufrecht geblieben sind und ihr Bestes taten während dieser bösen Jahren“. Da seine Entdeckung der Kernspaltung zur Entwicklung der Atombomben führte, die 1945 auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, fühlte er sich schuldig und kämpfte sein Leben lang gegen die nukleare Aufrüstung.

Hahn wurde nicht nur zu einem der bedeutendsten Naturwissenschaftlern des 20. Jhd., sondern auch zu einem der einflussreichsten Vorkämpfer der Völkerverständigung und wurde mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Dana Leonie Dietrich (01/19)