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Von und für euch

Ode an den OHP

Samuel Knobel (2019)

Overheadprojektor wird er genannt,
Er hat ein paar Mal schon gebrannt,
Es war ein Schwamm der in ihm glühte,
Sodass der Duft nur heraus blühte.

Doch dieser Schwamm ist kein Problem,
Dank ihm gibt’s das Immunsystem,
Denn seit Achtzehn’sechsundneunzig,
Liegt er in der Klasse freundlich.

Doch erst unser OHP,
Unsere gute alte Fee
Dient uns seit viel mehr Jahren,
So woll’n wir nicht ausmalen,
Was wir ohne ihn gemacht,
Denn er hat uns den Sinn gebracht.

So wird ihm heute noch vertraut
Und Tag für Tag auf ihn gebaut,
Dem hochmodernen Endgerät,
Denn für ihn ist es nie zu spät!

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Aktuelles

Alles grün oder was?

Wenn es etwas gibt, das für Nachhaltigkeit und Ökologie steht, dann ist es die Farbe Grün. Sicherlich nicht als Farbe des Gifts, vielleicht als Farbe der Hoffnung, garantiert aber als Farbe der Natur und der Pflanzen. Das FSC-Siegel zeigt einen Baum, das EU-Siegel für Öko-Produkte imitiert ein Blatt und der Stecker von Ökostromanbietern ist selbstverständlich knallgrün. Die Verbindung mit der Farbe geht so weit, dass der neue „Stromanbieter“ von Aldi sogar wortwörtlich „Aldi Grünstrom“ heißt[1].

Und was sieht man nun, wenn man einmal dessen Website besucht? Einen klaren, hellblauen Himmel, eine wolkenumfangene Berglandschaft und eine hellgrüne, fast grelle Wiesenlandschaft, auf der eine einzige, riesige Eiche steht. Das alles gibt es dann in meiner Steckdose?

„Nein natürlich nicht!“ – „Was für eine absurde Idee!“ – so oder so ähnlich stelle ich mir die sofortige Reaktion auf diese Frage vor. Versuchen wir es also mit einer anderen Frage: Warum ist es dann da abgebildet?

Bilder in der Werbung sollen eine Verbindung zwischen dem Abgebildeten und dem Produkt herstellen. Schöne Bergwiesen mit freilaufenden Kühen und Bergbauern im rustikalen, karierten Hemd auf Käsepackungen sollen bei uns den Eindruck erwecken, dorther stamme der Käse. Die hochkonstruierten Bilder auf Verpackungen entsprechen natürlich in den wenigsten Fällen der Realität.

Und genauso wenig führt der Vertragsabschluss bei einem Anbieter von „Grünstrom“ zum Entstehen oder Erhalt solcher Landschaften.

Dass Strom aus nachhaltigen Quellen auch nicht selten im direkten Konflikt mit der Natur stehen kann, beweisen die Diskussionen über Windräder in Naturschutzgebieten. Nachdem sich niemand in seinem Dorf oder auf seinem Acker davon belästigen lassen wollte, ist die Politik auf neue Standrote angewiesen. Eine häufige Überlegung: Windräder in Wäldern und Naturschutzgebieten[2]. Naturschützer und einige Politiker wettern dagegen[3].

„Wenn Windenergieanlagen in Waldgebieten errichtet werden, wird hektarweise Waldfläche für den Standort der Anlage und für den Bau zusätzlicher Zufahrtswege, die auch später erforderliche Wartungsarbeiten ermöglichen, gerodet.“, heißt es auf der Website der deutschen Wildtierstiftung.

Grünes Siegel, grüne Natur? Nicht wirklich und nicht immer. Aber so sollen wir wohl denken, wenn wir Produkte mit schönen Bildern von Bäumen und Wiesen kaufen – etwas komplexer und es würde am Ende noch die Verkäufe hemmen.

Kai Simanski (01/21)


[1]https://www.aldi-gruenstrom.de/

[2]Beispiele:
https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Erneuerbare-Energien-Niedersachsen-will-Windraeder-im-Wald-erlauben

https://energiewinde.orsted.de/klimawandel-umwelt/wald-als-windrad-standort-naturschutz

[3]https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/windenergie-und-artenschutz

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Wissenswertes

Caesar war queer

Geschichtswissen, das man nicht in der Schule lernt #1

Im antiken Rom war es nichts Besonderes, einen gleichgeschlechtlichen Partner zu haben. Entscheidender war eher, welchen Part man(n) dabei einnahm. Dabei ging es um Machtdemonstrationen: Der aktive Part beim Sex (also die Person, die wir heute umgangssprachlich „Top“ nennen würden) hat die Macht und wurde eher mit „Männlichkeit“ assoziiert. Daher war es auch eine Art von Statussymbol, wenn man als männlicher Patrizier unterwürfige Männer ehm… vögelte, um eben jene Macht zu demonstrieren.

Caesar könnte man also nach heutigen Bezeichnungen also als etwas wie „bisexuell“ bezeichnen, denn er war zwar mit Frauen liiert, es ist aber davon auszugehen, dass er durchaus auch Beziehungen mit Männern hatte, was jedoch für diese Zeit kein Problem darstellte.

Einen Skandal gab es allerdings, als Gerüchte aufkamen, dass Caesar, als er mit 20 Jahren als Botschafter nach Bithynien (Königreich in Kleinasien, später römische Provinz) reiste, ein Verhältnis mit dem König Nikomedes gehabt hätte und dabei den „passiven“ Part einnahm. Auch wenn dies nie bestätigt wurde, belustigte dieser Skandal viele Soldaten und Untertanen und es entstanden einige hämische Verse. Catull (der Name sollte den älteren von euch aus dem Lateinunterricht bekannt vorkommen) veröffentlichte angebliche den berühmten Vers „Gallias Caesar subegit, Nicomedes Caesarem“ (ein Zeugma, für alle Fans von Stilmitteln), was so viel heißt wie „Caesar bezwang Gallien, Nikomendes den Caesar“ und selbst Cicero bemerkte wohl, dass die Jungfräulichkeit des Nachkömmlings der Venus in Bithynien verloren gegangen sei. In manchen Quellen wird Caesar sogar als „Königin von Bithynien“ bezeichnet, um sich über ihn lustig zu machen.

Dies war übrigens nicht der Einzige Skandal Caesars Sexleben betreffend: Auch seine Liaison mit Cleopatra, beziehungsweise die Vermutung, Caesar sei der Vater ihres Sohnes, war wohl ein großes Thema.

Eine ausländische Königin zu schwängern war eben fast so schlimm, wie sich von einem ausländischen König besteigen zu lassen.

Nun ja, die Wahrheit dieser Geschichte wird bestritten, Fakt ist aber, dass es die Gerüchte gab, vielleicht mit dem Ziel einer Diskreditierung Caesars, und sich diese bis zu den Iden des März im Volksmund hielten. Und queer war Caesar ziemlich sicher.

Was denkt ihr, hat Caesar „Bottom-Energy“? Kennt ihr weitere geschichtliche Personen, von denen niemand weiß, dass sie queer waren? (Einer meiner Favoriten ist da Vinci, aber dazu vielleicht später mehr)

Ich freue mich über Kommentare (gern auch von Latein- und Geschichtslehrer*innen)

Dana Leonie Dietrich (01/21)

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Aktuelles

All I want for Christmas is Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit. Dieses wichtige Thema geht im alljährlichen Weihnachtsstress oft unter und wird nicht so richtig beachtet. Rückblickend auf Weihnachten 2020 kann man sagen, dass es alles andere als nachhaltig war. Viele Menschen wissen noch nicht einmal, was alles an Müll und CO2 an Weihnachten erzeugt wurde. Und nur wenige achten darauf, welche negativen Folgen Weihnachten eigentlich in Bezug auf die Nachhaltigkeit hat.

Ein wichtiger Teil des Weihnachtsfestes ist für viele der Weihnachtsbaum. Hinter dieser scheinbar „grünen“ Tradition verbirgt sich jedoch viel.  Von den Weihnachtsbäumen werden rund 80 % in Monokulturen angebaut, gespritzt und gedüngt. Außerdem gibt es importierte Bäume, die von Skandinavien aus bis nach Deutschland transportiert werden und somit den CO2 Ausstoß um einiges erhöhen.

Diese Bäume werden dann häufig mit Lichterketten geschmückt. Und auch so findet man dekorative Beleuchtung zur Weihnachtszeit überall. Das verbraucht sehr viel Energie, wodurch der Dezember im Schnitt der energieintensivste Monat des Jahres ist. Auch ein übermäßiges Heizen und das häufige Öffnen des Backofens, zum Beispiel beim Plätzchenbacken, benötigt viel Strom und Energie, und stellt somit ein Problem dar.

Eine weitere, verbreitete Tradition ist ein großes Essen an Heiligabend, meistens zusammen mit der Familie. Aufgrund der Situation letzten Dezembers kam die Befürchtung auf, dass wegen des Lockdowns keine Möglichkeit mehr bestehe, die nötigen Lebensmittel einzukaufen. Das hatte zu Folge, dass verfrüht zu viele Lebensmittel eingekauft wurden. Zusammen mit dem, was an den Weihnachtstagen überbleibt, landet damit ein große Menge an Lebensmitteln im Müll.

Schätzungen der Bundesregierung zufolge wächst der Abfallberg in der Weihnachtszeit um 20%.

Für diesen Anstieg sorgen nicht nur die entsorgten Lebensmittel, sondern auch Weihnachtsschmuck, wie Lametta und Plastikkugeln. Und auch das Geschenkpapier spielt dabei eine Rolle. Pro Jahr werden circa 8.000 Tonnen Geschenkpapiermüll produziert.

Um Geschenke für die Liebsten zu besorgen, wurde dieses Jahr vermehrt auf Online Bestellungen zurückgegriffen. Viele Nachrichtensender sprechen von einem enormen Paketversand in diesem Jahr. Das setzt nicht nur den Zustellern zu, sondern auch der Nachhaltigkeit. Denn durch das bestehende Angebot, bestellte Pakete gratis zurückzusenden, gibt es mehr Retouren. Und jedes zurückgeschickte Paket bedeutet mehr CO2 Ausstoß.

Dies sind einige der Gründe, die dafür sprechen, an Weihnachten auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu achten. Aber dies ist nicht nur an Weihnachten wichtig. Denn auch über das Jahr verteilt wird so viel Müll, Co2 und Energie produziert und verbraucht, dass ein umweltbewussteres und nachhaltigeres Verhalten notwendig ist.  

Darja Jarilin (12/20)

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Aktuelles

Zwei Probleme sind eins zu viel

Jedes Thema auf dieser Welt kann unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betrachtet werden. Das lernen wir Schüler*innen spätestens in der achten oder neunten Klasse im Erdkundeunterricht und unterscheiden bei der Untersuchung dabei hauptsätzlich zwischen sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten. 

So muss sich auch die Frage gestellt werden, ob und inwieweit die derzeitige Pandemie den Unterpunkten der Nachhaltigkeit entspricht. Die ersten beiden Betrachtungsaspekte kann und wird sicher jeder von uns recht schnell mit einem klaren nein beantworten. Jedoch bei Fragen um Umwelt, Klimaschutz und Artenvielfalt, Begrifflichkeiten, die sich unter dem Aspekt der Ökologie wiederfinden, ist die Bevölkerung weitaus mehr gespalten.

Dabei scheint die Antwort zunächst eindeutig auszufallen.

Denn wenn Flugzeuge nicht mehr starten, Kreuzfahrtschiffe die Häfen nicht mehr verlassen dürfen und der geringere Verkehr, gerade in der Anfangszeit von Corona, zu einer besseren Luft in den Ballungsräumen beiträgt, kommt es zu einer Folge an der sämtliche Staaten seit Jahren scheitern: der geringere Ausstoß an Treibhausgasen.

So prognostizieren sämtliche Klima-Forscher, dass die CO2-Emissionen in diesem Jahr bis zu 5% sinken könnten. Ein Teilerfolg, der sich bei dem Gedanken an die starken Einschränkungen, die es auf der gesamten Welt gab und weiterhin gibt, schnell wieder relativiert. Dennoch brachte der Lockdown im Frühjahr Bilder hervor, an denen ich und auch bestimmt der ein oder andere von Ihnen/ Euch sich erfreute. So erinnert sich jeder von uns sicherlich an einen Augenblick in dieser Pandemie, an dem er keinerlei von Flugzeugen verursachten Kondensstreifen am Himmel sehen konnte, oder an die Satellitenbilder der NASA, auf denen der deutliche Rückgang der Luftverschmutzung über der Stadt Wuhan sichtbar wurde. Schöne Phänomene, die eigentlich so gewöhnlich sein müssten, als dass sie von mir in diesem Artikel unerwähnt blieben. Stattdessen sind sogar negative Entwicklungen in Bezug auf die CO2-Emissionen erkennbar, schaut man noch einmal auf den am Anfang erwähnten Verkehr in den Innenstädten. Denn aufgrund der höheren Ansteckungsgefahr, des vergeblich eingehaltenen Mindestabstandes und der Maskenpflicht in Bus und Bahn, sind öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr attraktiv genug. Da wird anstatt zur Fahrkarte lieber zum Autoschlüssel gegriffen und schon ist das „Mama-Taxi“ bereit, in Richtung Schule zu fahren.

Pandemiebewusstsein oder doch Bequemlichkeit? Es wird noch einige Zeit vergehen, bis dass diese Frage beantwortet werden kann.

Bis dahin müssen Themen zur Bekämpfung des Klimawandels es wieder in den öffentlichen Diskurs schaffen. Denn ein Problem wird nicht kleiner, wenn ein neues hinzukommt. Im Gegenteil, es kann plötzlich zu einer noch schlimmeren Gefahr mutieren.

Jakob Beck (12/20)

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Wissenswertes

Wie kann ICH eigentlich nachhaltig sein?

Nachhaltigkeit.
Ein momentan sehr großes Thema. Du willst auch anfangen, nachhaltig zu leben?
Dann gibt es hier genau 7 Tipps, wie Du dein Ziel erreichen kannst:

STEP NUMBER ONE:

Weniger Konsum – mehr Freude
Der Minimalismus wird gerade in der Nachhaltigkeit groß geschrieben.
Dies solltest Du in Zukunft auch probieren.
Brauchst Du wirklich alle Klamotten, die in deinem Schrank schon sehnsüchtig darauf warten, von dir nach Ewigkeiten mal angezogen zu werden? Auch hier fängt Nachhaltigkeit schon an. Miste doch am besten mal Deinen gesamten Kleiderschrank aus und überlege, ob du wirklich noch alles brauchst. Die Klamotten, die Du aussortiert hast, kannst Du wieder in den Kreislauf einbringen, z.B. durch Abgabe an Hilfsorganisationen, soziale Einrichtungen oder Wohltätigkeitsbasare.

STEP NUMBER TWO:

Auch beim wöchentlichen Einkauf kannst Du versuchen, nachhaltiger zu werden. Nimm doch beim nächsten Mal einfach einen Stoffbeutel mit, um Plastiktüten und so auch Müll zu vermeiden. Oder du gehst einfach anstatt in den Supermarkt auf einen Wochenmarkt, denn dort ist die Ware wesentlich weniger im Plastik umpackt. Auch die Waren, die Du kaufst, können durch nachhaltigere getauscht werden. Hast Du zum Beispiel schon mal was von einer Zahnbürste aus Bambus gehört? Oder anstatt Einwegrasierer zu benutzen kannst Du auch ganz easy und simpel auf Rasierhobel umsteigen. In Hildesheim haben wir sogar einen Unverpacktladen „grammliebe“, schau dort auf jeden Fall mal vorbei!
Kleiner Tipp: Nachhaltig leben kann nicht nur richtig Spaß machen, Du kannst auch Unmengen an Geld damit sparen.

STEP NUMBER THREE:

Wer kennt es nicht? Nochmal schnell in das Auto steigen, um in die Stadt oder zu Freunden zu fahren. Das ist ab sofort, soweit es geht, OUT. Wenn du nachhaltiger Leben lernen willst, solltest Du versuchen, Auto oder Busfahren zu meiden. Stattdessen kannst Du einfach das Fahrrad nehmen oder – wenn es möglich ist – einfach zu Fuß gehen. Auch Flüge solltest Du versuchen zu meiden, wenn es jedoch fast unmöglich ist, um einen Flug drum herum zu kommen, dann denk doch mal an Direktflüge.
Die bringen Dich nicht nur superschnell an Dein Ziel sondern entlasten die Umwelt dank keiner Zwischenstopps.

STEP NUMBER FOUR:

Du kannst auch viele Dinge ganz leicht wiederverwenden. So wird zum Beispiel aus einem alten T-Shirt mit Löchern ein neuer Topflappen und ein neues Geschirrtuch. Schmeiß nicht Dinge direkt weg, sondern überlege, ob Du sie in irgendeiner Weise noch benutzen könntest.

STEP NUMBER FIVE:

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum heißt es jedes Jahr erneut in der Weihnachtszeit. Doch dabei stellt sich häufig die Frage, was für ein Baum die Rolle des Weihnachtsbaums übernimmt: Ein echter oder künstlicher?
Die Antwort darauf ist einfach: Ein echter!
Die Herstellung von Plastikweihnachtsbäumen produziert weit mehr CO2 als die Produktion echter Bäume. Diese produzieren außerdem noch Sauerstoff. Obwohl künstliche Bäume jedes Jahr erneut verwendet werden können, halten sie bei weitem nicht lang genug, dass der CO2-Austoß ausgeglichen wird.
Echte Tannen hingegen werden zwar abgeholzt, werden aber auch für genau diesen Zweck auf Plantagen gezüchtet. Ohne Nachfrage nach echten Weihnachtsbäumen, würden diese also gar nicht gepflanzt werden.
Am besten kaufst Du aber einen eingetopften Weihnachtsbaum. Dieser kann auf die Plantage zurückkehren und erneut genutzt werden, bis er zu groß ist und im Wald weiterlebt.

STEP NUMBER SIX:

Weniger Müll ist immer gut. Besonders wenn es um Lebensmittel geht.
Versuch demnächst, die Reste vom Essen aufzuheben und möglichst an einem anderen Tag zu essen. Auch muss nicht immer nach Rezept gekocht werden. Werde selbst kreativ und versuche vorhandene Lebensmittel neu zu kombinieren. Vielleicht kreierst du ja ein neues Lieblingsgericht.

STEP NUMBER SEVEN:

Stelle Dinge selbst her.
Hast Du schon mal selber Seife gemacht oder Kerzen gezogen? Das sind nicht nur tolle nachhaltige Geschenkideen, sondern Du weißt, was drin ist, und kannst Gegenstände deinen Vorstellungen nach gestalten.
Auch durch das Anbauen von Obst und Gemüse im eigenen Garten, kannst du Bio essen, ohne vorher Lebensmitteln nach dem entsprechenden Siegel abzusuchen.

ACHTUNG:

Auch bei augenscheinlicher Nachhaltigkeit sollte man auf geringeren Konsum achten und an seine Mitmenschen denken. Second-Hand ist beispielsweise eine tolle Möglichkeit gebrauchtes wiederzuverwenden. Du solltest aber trotz der niedrigeren Preise nicht mehr kaufen, als du eigentlich brauchst. Manche Menschen haben nicht die Möglichkeit teuer einzukaufen und sind daher von solchen Läden abhängig. Veranstalte lieber eine Kleidertauschparty mit deinen Freunden.

AUßERDEM:

Achte bei deinem Einkauf auf diese und mehr Nachhaltigkeitssiegel:

Marlene Hilbert, Juliane Geisler (12/20)

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Wissenswertes

Die Sprache der Kaninchen

Die meisten, bis schon fast alle, haben bestimmt ein Haustier. Ihr wollt bestimmt alle mit ihnen reden. Hier gibt es ein paar Hinweise für die Kaninchensprache:

Wenn ein Kaninchen neugierig ist, zeigen die Ohren nach vorne und auch beide Ohrmuscheln zeigen nach vorne. Wenn das Kaninchen unentschlossen ist, zeigt ein Ohr voller Tatendrang nach vorne und das andere Ohr hält sich ängstlich im Hintergrund.

Eine andere häufige Frage ist außerdem bei vielen, wieso manche Kaninchen lange und große Ohren haben und andere kleine und kurze Ohre haben. Das liegt an der Rasse. Zum Beispiel hat der Farbenzwerg sehr kleine und kurze Ohren, während der Deutsche Riese riesig große Ohren hat, was auch der Name schon verrät. Die meisten Menschen haben jedoch Zwergwidder.

Helena Hirschfeld (01/21)

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Wir empfehlen...

Schulroman mal anders

Buchempfehlung: „Nennt mich nicht Ismael!“

Wer kennt diese Geschichte nicht? Allein ein seltsamer Name erweist sich nicht selten als Ursprung unangenehmer Mobbing-Erfahrungen im Schulalltag. Doch fehlt vom klassischen, ausgekauten Mobbingroman hier jede Spur: Unser Schüler heißt Ismael, Ismael Leseur und ist nicht, oder zumindest nicht bloß, durch eigenwillige oder törichte Eltern, sondern aufgrund einer urkomischen Geburtsgeschichte, deren ausführliche Wiedergabe sich das Buch keinesfalls ausspart, nach Ismael aus Moby Dick benannt. Prompt diagnostiziert er sich das „Ismael-Leseur-Syndrom“, welches er für sämtliche Leiden und Probleme seines Lebens verantwortlich macht.

Da wären sein Scheitern im sportlichen Wettkampf, die Reaktionen seiner Mitschüler*innen auf eine selbstgebastelte Batman-Puppe, welche sie nur als den dicken Kontrolleur erkennen und die immer wiederkehrenden Sprüche und hinterhältigen Streiche vom größten Mobber der Klasse Barry Bagsley. Wirklich spannend wird es für Ismael, als ein neuer Schüler, der ungewöhnlicher gar nicht sein könnte, der Klasse beitritt. James Scobie, das scheinbar perfekte Mobbing-Opfer, gründet einen Debattierclub und bekämpft die Mobber auf seine ganz eigene Weise: Mit der Macht der Sprache. Zusammen mit einer Ansammlung der Aufgabe vollkommen ungewachsenen Klassenkamerad*innen muss es Ismael, der unter panischer Angst vor Zuschauer*innen zu sprechen leidet, irgendwie gelingen, eine vernünftige Argumentation zusammenzustellen.

Mit einem durchgehend bemerkenswert humoristischen bis geradezu satirischen Stil zeichnet Michael Gerard Bauer in seinem ersten Roman eine wundervolle Karikatur einer Schule und ihrer Mitgliedern, welche einer durchaus ernsthaften und sinnvollen Beschäftigung mit dem Thema des Mobbings jedoch niemals im Wege steht.

Auch oder gerade wer genug von den teils abstrus wirkenden Mobbingromanen hat, wird hier einen amüsanten Roman finden, der auch faszinierende Charaktere und andere Themen zu bieten fähig ist.

Kai Simanski (01/21)


Details:
„Nennt mich nicht Ismaell!“
Micheal Gerard Bauer
ISBN 978-3-423-62435-0

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Wissenswertes

Mobbing im Tierreich

Der Begriff ,,Mobbing“ wurde ursprünglich von dem österreichischen Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz erstmals im Jahr 1963 für die raffinierten Verteidigungsstrategien der Tiere verwendet. Dieses Phänomen, bei dem sich mehrere Artgenossen zusammenschließen, um einen kräftemäßig überlegenen Feind zu vertreiben, wird auch „Hassen“ genannt. Dieses ist im Tierreich weit verbreitet:

Singvögel und Bienen mobben genauso wie Erdmännchen, Affen und sogar einige Fischarten.

Ziel dabei ist es, den Feind so stark zu belästigen oder zu verwirren, dass er das Weite sucht. Vögel erreichen dies zum Beispiel durch lautes Gezwitscher und permanente Sturzflüge auf den Feind, bei denen sie kurz vor der Kollision schlagartig die Richtung wechseln. Andere Vogelarten, besonders Möwen, gehen sogar soweit, sich über das Opfer ihrer „Hassattacke“ zu erbrechen. Erdmännchen schützen sich vor gefährlichen Schlangen, indem sie ihnen durch Tritte Sand in die Augen schleudern, während bei Fischen beobachtet wurde, wie sie eine Muräne durch ständiges Anstupsen in die Flucht schlugen. Etwas brutaler geht es bei den Bienen zu: Einige Arten pflegen es, Hornissen, die ihnen gefährlich werden könnten, zu ihrem Stock zu locken, um sie dort in eine Art Mantel aus vielen Bienen einzuhüllen. Durch die Flügelschläge entsteht eine unangenehme Hitze, die schließlich zum Tod der Hornisse führt.

Das Mobben im Tierreich muss jedoch nicht zwangsläufig zur Verteidigung gegen andere Arten dienen. In Affenrudeln zum Beispiel ist es ein fester Bestandteil der Bildung der Rangordnung. Affen im Teenager-Alter versuchen, sich dadurch einen Platz in einer starken Gruppe zu sichern, da solche in der strengen Hierarchie des Rudels bessere Chancen auf Anerkennung haben und die Rangordnung mitbestimmen. Wenn es für sie von sozialem Vorteil ist, greifen sie sich gegenseitig an und führen meist blutig endende Kämpfe untereinander aus. Nachdem ein Affe sich in einem Rudel den Rang des Alphamännchens erkämpft hat, schützt es sich vor Angriffen starker Konkurrenz durch möglichst viele Verbündete, die es durch Akte des Vertrauens, wie zum Beispiel die gegenseitige Fellpflege, gewinnt.

Das Mobben ist also keine grausame Erfindung des Menschen, sondern stammt von unseren unmittelbaren Vorfahren ab und kann somit theoretisch als „vollkommen natürlich“ bezeichnet werden. Da in unserer Gesellschaft jedoch grundsätzlich jeder gewisse Rechte hat, die von anderen Menschen nicht missachtet werden dürfen, und durch die sich unsere „Rangordnung“ ganz klar von der der Tiere unterscheidet, sollte diese Tatsache keinesfalls als Berechtigung für das Mobbing in Schulen, Arbeitsplätzen und anderen Gruppen gesehen werden.

Alea Unger (05/19)

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Aktuelles

Verdammte selige Weihnachtszeit

Ein Kommentar

Ein paar Tage vergehen und plötzlich ändert sich die ganze Welt. Alle sind mal wieder überrascht, ganz plötzlich. „Oh, bald ist wieder Weihnachten“ zu sagen ist wieder schick und das Gesprächsthema des ganzen Monats.

Mit kitschigen Pullovern, Massen an Keksen und Weihnachtssingles, die von eingeschlafenen Füßen bis zur Kotztüte reichen, bringt man sich in die sogenannte „Weihnachtsstimmung“,

geprägt von „Vorfreude“ und der „leuchtenden Begeisterung in den Kinderaugen“ in der Spielwarenabteilung der Kaufhäuser, zumindest bis ihre Eltern ein mangelhaftes Budget vorschicken müssen, da nicht jeder die nötigen Goldreserven für gigantische Lego-Sets unterm Bett liegen hat. Ein Traum der sie alle vereint: Weiße Weihnachten.

Aber schneien wird es nicht, der Boden ist so grau wie immer, wenn nicht grauer und dreckiger; was an Schnee kommt, wird vom Verkehr zu grauer Matsche verklumpt, die dann in schmuddeligen Brocken gefriert und die Verkehssicherheit gefährdet. Meistens schneit es überhaupt nicht und der Boden bleibt nackt, schwer zu sagen, was besser ist. Vor allem aber bleibt er eiskalt, sowie auch die armseligen Überbleibsel des Winters alles eiskalt und finster machen. Das regelmäßige Lüften in den Räumlichkeiten der Corona-Krise verlangt den armen Insassen einiges ab, wer draußen neben der Maske auch eine Brille trägt, ist praktisch blind, ganz egal, wie oft und wie sehr er an dieser rubbelt.

Unberührt davon, zum Glück aller Weihnachtsromantiker, bleibt die Werbung, der Weihnachtsmann auf der Coca-Cola-Flasche wirkt noch immer zufrieden, aber bei ihm schneit es ja auch noch. Genau wie bei allen anderen, grinsenden Werbefamilien, die scheinbar auch nie Gesichtsmasken tragen müssen und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ihre gesamte, spiegelglatte Verwandtschaft einladen können, um am großen Festessen mit dem goldenen Besteck und Schweinebraten aus dem Aldi-Sonderangebot teilzunehmen. So falsch, wie die Kinderaugen auf diesen wunderschönen, gedruckten Bildchen leuchten, scheinen wohl die Augen der Eigentümer solcher Marken um diese Zeit heller als jeder 500-Watt Scheinwerfer, ganz echt ergriffen von der wunderbaren Weihnachtsstimmung.

Schon den Adventskranz kann man kaufen, aus Plastik – das ist ökologischer – und mit vorgefertigter Dekoration – wer hat denn schon noch Zeit dafür? -, die Batterien für die eingebaute Lichterkette sind mitgeliefert. Die neuen LED-Kerzen können sogar flackern, nicht dass sie damit jemals jemanden reinlegen würden, aber zugegeben, ein netter Versuch ist es.

Während Jesus bei der Tempelreinigung den Handel mit Opfergütern und Luther den Handel mit Ablassbriefen als Sünde verabscheuten, ist der Handel mit Weihnachtsbäumen nicht nur ganz legal, sondern allgemein akzeptierter und vollkommen unverzichtbarer Teil des alljährlichen Rituals.

Aber die Krippe hat den Dachboden ja auch seit Generationen nicht mehr verlassen, ist sie nicht gar vollkommen verschollen, und wozu sich die Mühe machen, ist doch Weihnachten eh das Fest der Kinder, der Freude, der Familie, der Genüsse, des Schenkens, und weiß der Geier was sonst noch alles.

Kai Simanski (12/20)