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Von und für euch

Toleranz

Ein Satiretext von Dana Leonie Dietrich (01/19)

Ich gehe durch die Stadt, auf dem Weg zu einer  Geburtstagsfeier. Ein Mann spricht mich an: „Ich weiß, heutzutage ist es sexistisch Frauen auf der Straße anzusprechen, versteh mich also nicht falsch, das soll jetzt nicht respektlos sein, doch du bist echt hübsch, kann ich deine Nummer haben?“ Ich: „Nein, sorry, ich hab eine Freundin. Er:„Oh“ Ich gehe weiter, da höre ich ihn zu seinem Freund sagen: „Was eine Fotze.“

Ich, mittlerweile bei der Party angekommen, habe soeben Bekanntschaft mit einem Mädchen gemacht. Sie, mit dem Blick auf das Hintergrundbilds meines Handys, auf dem eine Prideflagge zu sehen ist: „Heißt das nicht, du bist lesbisch oder so?“ Ich: „Ich bin bi“ Sie: „Oh“ Peinliche Stille. Sie: „Ich finde es cool, dass du damit so offen umgehst. Ich verstehe echt nicht, wieso man sowas verheimlichen sollte. Ich meine, so diskriminiert werdet ihr doch echt nicht.“ Wir hören zwei Jungs neben uns streiten, der eine schreit den anderen an: „Digga nein, bist du schwul oder was?!“

Eine Freundin meiner Gesprächspartnerin, die schon vorher mitgehört hat spricht nun auch: „Es ist doch egal, welche Sexualität man hat! Alle Menschen sind gleich und man sollte sie nicht wegen ihrer Orientierung verurteilen.“ Ich will ihr dankend zustimmen, da fügt sie hinzu: „Nein im Ernst! Schwule sind toll, Ich hätte echt gern einen schwulen besten Freund!“

„Wer ist hier schwul?“, ein weiterer Gast stellt sich zu uns. Ich antworte: „Ich bin bi.“  Sie: „Oh wow, wie cool! Ich muss dich unbedingt einer Freundin vorstellen, die ist lesbisch, ihr passt bestimmt gut zusammen!“

Ein Junge neben uns mischt sich ein: „Also Ich habe ja nichts gegen Schwule, aber ich finde es schon unnötig, dass die einen die ganze Zeit damit nerven müssen!“ Ich will unterbrechen, da hält die Gastgeberin eine DVD hoch, auf dem Titelbild ein Mann und eine Frau, küssend. „Wie wärs, wenn wir einen Film gucken?“                                   

Ich muss früher los und verabschiede mich. Ein Mädchen darauf hin: „Schön dich kennengelernt zu haben. Ich denke ja auch; Toleranz ist total wichtig! Jeder hat ein Recht so zu sein wie er will.“ Ein Junge betritt den Raum, er ist geschminkt. Alle fangen an zu tuscheln. Auch meine Gesprächspartnerin lacht: „Also es ist ja nur meine persönliche Meinung, aber Jungs sollten echt kein Make-Up tragen.“

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Von und für euch

Warum Jogi Löw Bundestrainer bleiben sollte

Ein Satiretext von Lilith K. (01/19)

Als amtierender Weltmeister mit nur drei Punkten aus der Vorrunde der WM geflogen. Und jetzt noch 0:3 gegen den Erzrivalen aus Holland verloren. All das sind Beispiele dafür, dass Jogi unbedingt bleiben muss. Er lehrte seiner Mannschaft das Verlieren. Es ist schwer, ein guter Verlierer zu sein und damit nimmt Jogi eine Vorbildfunktion ein. Für Kinder, aber auch Erwachsene. Viele Eltern scheitern an der Erziehungsmaßnahme, ihren Kindern das Verlieren beizubringen. Darum ist Jogi jetzt der neue Erziehungsratgeber. RTL2 hat schon eine Nachfolge der Serie „Die Super-Nanny“ mit Jogi in der Hauptrolle angekündigt. Unser Nivea Jogi hat extra Schauspielunterricht bei einem Berliner Fernsehstar genommen. Die „Bild“ hat dies exklusiv mit Paparazzi-Fotos berichtet. In einigen Nebenrollen der Serie sieht man Nationalspieler, die damit ihr kümmerliches Gehalt etwas aufbessern. Immer nur Pesto und Waschmittel wäre ja auch zu einseitig. Vielleicht gelingt es Jogi ja in der nächsten EM in zwei Jahren sich und seine Mannschaft gar nicht erst zu qualifizieren. Was für ein Erfolg.