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Alles grün oder was?

Wenn es etwas gibt, das für Nachhaltigkeit und Ökologie steht, dann ist es die Farbe Grün. Sicherlich nicht als Farbe des Gifts, vielleicht als Farbe der Hoffnung, garantiert aber als Farbe der Natur und der Pflanzen. Das FSC-Siegel zeigt einen Baum, das EU-Siegel für Öko-Produkte imitiert ein Blatt und der Stecker von Ökostromanbietern ist selbstverständlich knallgrün. Die Verbindung mit der Farbe geht so weit, dass der neue „Stromanbieter“ von Aldi sogar wortwörtlich „Aldi Grünstrom“ heißt[1].

Und was sieht man nun, wenn man einmal dessen Website besucht? Einen klaren, hellblauen Himmel, eine wolkenumfangene Berglandschaft und eine hellgrüne, fast grelle Wiesenlandschaft, auf der eine einzige, riesige Eiche steht. Das alles gibt es dann in meiner Steckdose?

„Nein natürlich nicht!“ – „Was für eine absurde Idee!“ – so oder so ähnlich stelle ich mir die sofortige Reaktion auf diese Frage vor. Versuchen wir es also mit einer anderen Frage: Warum ist es dann da abgebildet?

Bilder in der Werbung sollen eine Verbindung zwischen dem Abgebildeten und dem Produkt herstellen. Schöne Bergwiesen mit freilaufenden Kühen und Bergbauern im rustikalen, karierten Hemd auf Käsepackungen sollen bei uns den Eindruck erwecken, dorther stamme der Käse. Die hochkonstruierten Bilder auf Verpackungen entsprechen natürlich in den wenigsten Fällen der Realität.

Und genauso wenig führt der Vertragsabschluss bei einem Anbieter von „Grünstrom“ zum Entstehen oder Erhalt solcher Landschaften.

Dass Strom aus nachhaltigen Quellen auch nicht selten im direkten Konflikt mit der Natur stehen kann, beweisen die Diskussionen über Windräder in Naturschutzgebieten. Nachdem sich niemand in seinem Dorf oder auf seinem Acker davon belästigen lassen wollte, ist die Politik auf neue Standrote angewiesen. Eine häufige Überlegung: Windräder in Wäldern und Naturschutzgebieten[2]. Naturschützer und einige Politiker wettern dagegen[3].

„Wenn Windenergieanlagen in Waldgebieten errichtet werden, wird hektarweise Waldfläche für den Standort der Anlage und für den Bau zusätzlicher Zufahrtswege, die auch später erforderliche Wartungsarbeiten ermöglichen, gerodet.“, heißt es auf der Website der deutschen Wildtierstiftung.

Grünes Siegel, grüne Natur? Nicht wirklich und nicht immer. Aber so sollen wir wohl denken, wenn wir Produkte mit schönen Bildern von Bäumen und Wiesen kaufen – etwas komplexer und es würde am Ende noch die Verkäufe hemmen.

Kai Simanski (01/21)


[1]https://www.aldi-gruenstrom.de/

[2]Beispiele:
https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Erneuerbare-Energien-Niedersachsen-will-Windraeder-im-Wald-erlauben

https://energiewinde.orsted.de/klimawandel-umwelt/wald-als-windrad-standort-naturschutz

[3]https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/windenergie-und-artenschutz

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Von und für euch

Warum die AfD keine Alternative für Deutschland ist

Eine Rede von Jakob Beck (11/18)

Liebe Bürgerinnen und Bürger, sehr geehrte Politikerinnen und Politiker,

ich stehe hier und heute vor Ihnen und appelliere an Sie: Die AfD ist keine Alternative für Deutschland.

Ich beginne mit folgenden zwei Zitaten:

„In uns selbst allein liegt die Zukunft des deutschen Volkes. Wenn wir selbst dieses deutsche Volk emporführen (…) dann werden wir wieder emporsteigen… genau wie die Väter einst auch Deutschland nicht geschenkt erhielten, sondern selbst sich schaffen mussten!“ so Massenmörder, Diktator und Tyrann Adolf Hitler.

Auf der Gegenseite zitiere ich den Parteivorsitzenden der AfD Alexander Gauland: „Und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen!“

Erschreckend aber wahr: Parallelen beider Reden in Wortlaut und Ideologie.

Es ist etwas über 80 Jahre her, als die NSDAP an die Macht gekommen ist. Einige von Ihnen werden jetzt sicher argumentieren, dass die Demokratie damals ihre Schwächen hatte, die aber jetzt behoben worden sind und es somit zu einer erneuten Machtergreifung einer rechtsradikalen Partei nicht mehr kommen kann.

Ich aber sage, dass wir diese schwere Last ernstnehmen und ein Vorbild für die Welt sein sollten. Zu Zeiten, in denen Fremdenhass und Rassismus die Schlagzeilen überschatten. Zu Zeiten, in denen die Demokratie gefährdet ist wie noch nie. In diesen Zeiten stehen wir in der Verantwortung eine rechtsradikale, populistische Partei wie die AfD dorthin zu verbannen, wo sie hingehört:

in die Bedeutungslosigkeit.

Eines jedoch muss man der AfD lassen. In diesem Punkt kann ihr keine Partei in Deutschland nur ansatzweise das Wasser reichen:

Das ist mit dem Finger auf andere zu zeigen, von sich abzulenken und diesen dann die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Die AfD ist lediglich eine Bewegung durch Provokation, die schwammige, nicht zielführende Verbesserungsvorschläge in ihrem Wahlprogramm hat.

So schreibt sie zum Beispiel auf ihrer Internetseite zum Thema Auswanderung/Asyl, dass die Schlepper-Hilfsdienste auf dem Mittelmeer beendet und die „Passagiere“ zu ihren Ausgangsorten zurückgebracht werden müssen.

Nicht nur, dass sie Flüchtende, die keine Perspektive haben und ihr Leben aufs Spiel setzen, nur mit der Sehnsucht auf einen Neustart als „Passagiere“ fast schon beschimpft, sondern auch, dass die Rückführung das Problem nur noch vergrößern würde.

Diese Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, werden sich nämlich bis zu ihrem bitteren Tod auf die Flucht begeben.

Und jetzt frage ich Sie: Wollen Sie dies unterstützen, indem Sie die AfD wählen?

Sie müssen sich klarmachen, wer auch immer die AfD aus Protest wählt, der steckt mit den Neonazis unter einer Decke, von denen sich die Parteiführung nicht distanziert. Sie stehen in diesem Moment für das Gleiche wie ein Rechtspopulist Herr Gauland, der Hitler und die Nazis nur als  „Vogelschiss“ deutscher Geschichte bezeichnet.

Können Sie dies mit Ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Sie die AfD wählen?

Ich aber appelliere an Sie:

Schließen Sie sich mir an und lassen Sie uns den nächsten Schritt in Richtung Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität machen. Nicht nur wir Bürger stehen in der Verantwortung, nein, auch Sie liebe Politiker sind  in der Pflicht, jetzt den Schalter wieder umzulegen und sich mit Sachthemen zu beschäftigen, die uns Bürger betreffen. Kämpfen wir alle gemeinsam gegen Fremdenhass und Rassismus für eine starke Demokratie, auf die die Welt in diesen Tagen mehr denn je angewiesen ist.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und konnte Sie hoffentlich davon überzeugen, dass die AfD keine Alternative für Deutschland ist.