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Die Geschichte der Wiener Kaffeehäuser

Kaffeehäuser gehören seit Jahrhunderten zur Wiener Tradition. Ob zum Zeitungslesen oder Treffen mit Freund*innen, die Cafés bieten den Bürger*innen einen gemütlichen und wunderschönen Ort, um stundenlang zu verweilen. Durchschnittlich verbringen die Wiener*innen rund 40 Minuten pro Tag in einem Café.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die ersten Kaffeehäuser eröffnet, die bis heute eine städtische Institution bilden. Eines der bekanntesten ist das Café Central im ersten Bezirk (s. u.). Von Beginn an waren die Wiener Kaffeehäuser Wirkungsorte von Schriftsteller*innen und Treffpunkte von Künstler*innen und Intellektuelle*n. Allerdings war das Betreten der Kaffeehäuser bis 1856 nur Männern gestattet. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in Wien 150 Kaffeehäuser eröffnet und die Blütezeit der Cafés begann. Sie fand ihr Ende jedoch mit Napoleon Bonapartes Handelssperre (1803-1813), wodurch die Produkte wie Kaffee immer teurer wurden. Daraufhin boten die Kaffeehäuser nicht nur Kaffee, sondern auch Wein und Gebäck an.

Die verbliebenen Kaffeehäuser sind für Wien eine wichtige Tourist*innenattraktion und seit 2011 sogar immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO. Ein Café gehört jedoch erst dann zur Kategorie „Wiener Kaffeehaus“, wenn es historisch ist und neben anderen Einrichtungsgegenständen, wie z. B. Zeitungstischchen und Thonet-Stühle, über die berühmten Logen sowie die typischen Marmortische verfügt.

Das Café Central

Café Central

Wie der Name bereits vermuten lässt, liegt das 1876 im ersten Bezirk eröffnete Café Central im Zentrum von Wien. Man findet es nahe der Hofburg auf der Ecke von Strauch- und Herrengasse, wo schon früher herrschaftliche Häuser und Palais zu bestaunen waren. 1943 wurde das Café geschlossen, da es teilweise zerstört worden war, und nach einer aufwendigen Renovierung 1975 wiedereröffnet. Das Café ist Teil eines in venezianischer Trecento-Architektur erbauten Palais namens Ferstel. Ursprünglich wurde das Haus 1876 als Bank und Börsengebäude konzipiert; jetzt werden die Räumlichkeiten für Veranstaltungen genutzt.

Schon früher war das Café ein besonderer Anziehungspunkt. Berühmte Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Arthur Schnitzler oder der Arzt und Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud gehörten zu seinen Gästen und trafen sich zum geistigen Austausch. Außerdem war es einer der ersten Orte, wo Frauen zum ersten Mal ohne die Begleitung eines Mannes speisen und verweilen konnten.

Wer würde hier nicht gerne einmal einen Kaffee trinken?

Das Kaffeehaus ist montags bis samstags von 8-21 Uhr geöffnet. Auch am Sonntag kann man dem Café einen Besuch abstatten. Bei Tourist*innen ist das Kaffeehaus sehr beliebt und zu nachgefragten Zeiten bildet sich manchmal eine lange Schlange vor dem Eingang. Auf der Speisekarte ist von Salat über Schnitzel bis zum selbstgemachten Apfelstrudel alles zu finden. Natürlich gibt es auch verschiedene Wiener Kaffeespezialitäten zur Auswahl wie den Brauner (Kaffee mit Milch) oder Amadeus (doppelter Espresso mit Mozartlikör), die alle einen stolzen Preis haben. Aber bei den wunderschönen Räumlichkeiten und dem Ambiente mag der ein oder andere schon mal tiefer in die Tasche greifen. Manchmal gibt es sogar live Klaviermusik, die der Torte noch die Kirsche aufsetzt.

Sehr zu empfehlen ist es aus unsrer Sicht, auch einmal den Kakao un einem der vielen Wiener Kaffeehäuser zu probieren!

Funfact

Amrei Berg


Bildquellen:

Café Central – Außenansicht: https://www.cafecentral.wien/inhalt/uploads/cafe_central_einblicke_ansicht.jpgCafé Central – Innenraum:https://www.wienerzeitung.at/_em_daten/_cache/image/1x6C6mNvhD5UXgxotg8yv-gHAxEUFELDL8FGjUR5p8ugsUiWO6iwkpbqo6mDzwpmbY1KSAdiF93evEvA3TCgUVA1KSlZQ-77WWWormYhaM0CIeopdJFlfn4Q/111130-1750-948-0008-277463-web-cafecentral.jpg

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